The Joe Rogan Experience #1470 – Elon Musk (I)

Am 07. Mai 2020, drei Tage nach der Geburt seines Sohnes X, war Elon Musk zum zweiten Mal zu Gast bei Joe Rogan. Dieses ist der erste Teil (Minute 00:00 – 30:34) der deutschen Übersetzung des zweistündigen Podcasts, in dem man unter anderem erfährt, was es mit dem Namen des Kindes auf sich hat, warum Elon Musk den größten Teil seines privaten Besitzes veräußert, wie man sich das denn nun genau mit dem Neuralink vorstellen kann, und warum Sprache, so wie wir sie kennen, ein sehr unvollkommenes Kommunikationsmittel ist. Um das englische Transkript zu lesen, klicken Sie bitte auf den Link.

Joe Rogan: (00:00) Willkommen zurück.

Elon Musk: Jetzt geht’s wieder los.

Joe Rogan: Schön, dich zu sehen, und herzlichen Glückwunsch.

Elon Musk: Vielen Dank.

Joe Rogan: Du wirst nie vergessen, was auf der Welt vor sich ging, wenn du an die Geburt deines Kindes zurückdenkst. Dir wird immer bewusst sein, in was für einer verrückten Zeit dein Kind geboren wurde.

Elon Musk: Das ist sicher.

Joe Rogan: Das ist ganz sicher. Wahrscheinlich in der verücktesten Zeit, an die ich mich erinnern kann.

Elon Musk: Ja, und er wurde am 4. Mai geboren.

Joe Rogan: Das ist auch lustig. Möge der Vierte mit ihm sein.

Elon Musk: Ja, genau.

Joe Rogan: Das muss er.

Elon Musk: Hoffentlich. Ich hoffe es sehr.

Joe Rogan: Perfekt.

Elon Musk: Ja.

Joe Rogan: Ich meine, das war der perfekte Tag für dich. Wie spricht man den Namen aus? Ist es ein Platzhalter?

Elon Musk: Zunächst einmal ist mein Partnerin diejenige, die eigentlich den größten Teil zu dem Namen beitrug.

Joe Rogan: Glückwunsch an sie.

Elon Musk: Ja. Sie ist großartig, wenn es um Namen geht. Also, man spricht es einfach X [ɛks], der Buchstabe X, und dann wird das ‚Æ‘ wie „ash“ [æʃ] ausgesprochen. Und A-XII ist mein Beitrag.

Joe Rogan: Oh, warum A-XII?

Elon Musk: Archangel 12, der Vorläufer der SR-71. Das coolste Flugzeug aller Zeiten. Wirklich.

Joe Rogan: Ich stimme dir einfach mal zu. Ich kann da nicht mitsprechen. Ich bin damit nicht so vertraut. Ich weiß aber, was die SR-71 ist.

Elon Musk: Die SR-71 entstand aus einem CIA-Programm namens Archangel. Es war das Archangel-Projekt.

Joe Rogan: Oh wow, was für ein cooles Flugzeug. Für jemanden, der sich wie du intensiv mit der Fliegerei beschäftigst, ist das perfekt.

Elon Musk: Es ist wirklich cool.

Joe Rogan: Ja, echt toll.

Fühlt es sich seltsam an, Vater zu werden, während dieser Wahnsinn läuft? Fühlt es sich genauso an wie die anderen Male, oder ist das noch seltsamer?

Elon Musk: Tatsächlich denke ich, dass es besser ist, älter zu sein, wenn man ein Kind bekommt. Ich schätze es mehr. Ja, Babys sind fantastisch.

Joe Rogan: Sie sind ziemlich fantastisch.

Elon Musk: Sie sind fantastisch. Ja.

Joe Rogan: Als ich noch keine eigenen Kinder hatte, habe ich die Kinder anderer Leute gesehen, und es war nicht so, dass ich sie nicht mochte, aber ich fühlte mich nicht zu ihnen hingezogen. Aber jetzt, wenn ich kleine Kinder sehe, habe ich sie als diese kleinen Liebespakete vor Augen.

Elon Musk: Ja, kleine Liebeskäfer.

Joe Rogan: Ja, man hat eine ganz andere Vorstellung von ihnen hat, wenn man sieht, wie sie auf die Welt kommen und dann wachsen und schließlich anfangen, mit einem zu reden.  Die ganze Vorstellung, was ein Baby ist, ändert sich.

Elon Musk: Ja.

Joe Rogan: Jetzt, da du es als älterer und reiferer Mensch mehr zu schätzen weißt, muss es wirklich ziemlich wunderbar sein.

Elon Musk: Ja. Großartig. Wunderbar. Es ist großartig. Nun, Babys sind großartig. Ich habe auch viel Zeit mit KI und neuronalen Netzen verbracht und so kann man sehen, wie sich das Gehirn entwickelt, was … Ein neuronales Netz versucht im Grunde zu simulieren, was ein Gehirn tut. Man kann sehen, wie es sehr schnell lernt. Weißt du, es ist einfach unglaublich.

Joe Rogan: Du sprichst über das neuronale Netz; du sprichst nicht über ein Baby, richtig?

Elon Musk: Ich spreche nicht von einem Baby.

Joe Rogan: Aber von beidem zusammen.

Elon Musk: Ja. Der Ausdruck ‚neuronales Netz‘ bezieht sich auf das Gehirn. Es ist wie ein Netz aus Neuronen. Der Mensch ist der ‚original Gangster‘ des neuronalen Netzes.

Joe Rogan: Das ist eine schöne Art, es zu sagen.

Wenn ihr künstliche Intelligenz programmiert, wenn ihr an der künstlichen Intelligenz arbeitet, versucht ihr dann speziell, den Entwicklungsprozess eines menschlichen Gehirns zu imitieren?

Elon Musk: In vielerlei Hinsicht. Es gibt einige Möglichkeiten, die anders sind. Eine Analogie, die oft verwendet wird, ist, dass wir ein U-Boot nicht wie einen Fisch schwimmen lassen, aber wir nehmen die Prinzipien der Hydrodynamik und wenden sie auf das U-Boot an.

Joe Rogan: Ich habe mich als Laie immer gefragt: Versucht ihr, die gleichen Ergebnisse wie die eines menschlichen Gehirns zu erzielen, aber mit anderen Methoden? Oder versucht ihr, die Art und Weise zu kopieren, mit der ein menschliches Gehirn Ergebnisse erzielt?

Elon Musk: Die wesentlichen Elemente eines neuronalen Netzes der KI sind einem neuronalen Netz des menschlichen Gehirns wirklich sehr ähnlich. Es hat mehrere Schichten von Neuronen und Backpropagation. All diese Dinge sind das, was ein Gehirn tut. Man hat eine Neuronen-Schicht, die eine Reihe von Zwischenschritten durchläuft, um schließlich zu einer Erkenntnis zu gelangen, und dann kehrt es diese Schritte um und geht vor und zurück und geht überall hin. Das ist sehr interessant.

Joe Rogan: Ja, das kann ich mir vorstellen. Der Gedanke, etwas zu programmieren, das irgendwann schlauer sein wird als wir, so dass es eines Tages fragen wird: (05:00) „Warum hast du das so gemacht?“ Wenn eine künstliche Intelligenz empfindungsfähig wird, dann wird sie erkennen: „Oh, du hast versucht, dich selbst zu imitieren. – Dieses hier ist ein so viel besserer Prozess. Lass diesen ganzen Unsinn weg.”

Elon Musk: Wie ich schon sagte, es gibt Elemente, die gleich sind. Aber auch ein Flugzeug fliegt nicht wie ein Vogel.Es schlägt nicht mit den Flügeln, aber die Flügel, die Art und Weise, wie die Flügel funktionieren und Auftrieb erzeugen, ist die gleiche wie bei einem Vogel.

Joe Rogan: Zurzeit verkaufst du all deine Häuser. Du sagst, dass du keine materiellen Besitztümer mehr möchstest. Ich habe sehr viel darüber gehört, und es ist mir wirklich ein Anliegen, mit dir darüber zu sprechen. Weil es eine interessante Sache ist, die von einem Typen wie dir kommt. Also, warum tust du das?

Elon Musk: Eigentlich bin ich etwas traurig darüber.

Joe Rogan: Wenn dich das traurig macht, warum tust du es dann?

Elon Musk: Ich denke, dass Besitztümer einen irgendwie belasten und eine Art Angriffsvektor darstellen. Sie sagen: „Hey, Milliardär, du hast so viel Zeug.“ Nun, jetzt habe ich aber kein Zeug mehr. Was sagt ihr nun?

Joe Rogan: Angriffsvektor bedeutet, gezielte Angriffe von Menschen?

Elon Musk: Ja.

Joe Rogan: Interessant, ja. Wirst du eine Wohnung mieten?

Elon Musk: Ja.

Joe Rogan: Okay. Und alles loswerden außer Kleidung?

Elon Musk: Nein, ich habe ‚fast alles‘ gesagt, also…

Joe Rogan: Behälst du ein paar Teslas?

Elon Musk: Muss ich ja irgendwie, um das Produkt zu testen und so. Und es gibt Dinge, die einen sentimentalen Wert haben, die behalte ich auf jeden Fall. Ich meine, was ist das Schlimmste, was passieren könnte? Ich meine, es geht mir gut.

Joe Rogan: Ja, wenn es dir nicht gefällt, kannst du dir ja wieder was Neues kaufen.

Elon Musk: Davon gehe ich aus.

Joe Rogan: Nun, vom Verkaufserlös kannst du dir neue Sachen kaufen. Hast du den Eindruck, dass die Menschen dich über deinen Reichtum definieren, und das auf eine abwertende Weise?

Elon Musk: Mit Sicherheit. Ich meine, nicht jeder. Aber ja, in den letzten Jahren ist die Bezeichnung „Milliardär“ abwertend geworden, als wäre das eine schlechte Sache. Was meiner Meinung nach in den meisten Fällen nicht sehr logisch ist. Wenn man im Grunde ein Unternehmen organisiert…- Wie entsteht dieser Reichtum? Wenn man ein Unternehmen so gut organisiert, dass es bessere Produkte und Dienstleistungen anbietet als bisher dagewesen, und man einen gewissen Anteil an diesem Unternehmen hat, dann gibt einem das im Grunde das Recht, mehr Kapital zu besitzen. Es gibt eine Verbindung zwischen Konsum und Kapitalallokation.

Nimm zum Beispiel Warren Buffet. Ehrlich gesagt bin ich nicht sein größter Fan, aber weißt du, er hat gerne die volle Kapitalzuweisung, und er liest eine Menge Jahresberichte von Unternehmen und die ganze Buchhaltung, und das ist wirklich ziemlich langweilig. Er versucht herauszufinden, ob Coke oder Pepsi mehr Kapital verdient?

Ich meine, es ist ein ziemlich langweiliger Job, wenn man mich fragt. Aber es ist dennoch wichtig, das herauszufinden. Zum Beispiel, welche Firma verdient es, mehr oder weniger Kapital zu erhalten. Sollte diese Firma wachsen oder expandieren? Stellt das Unternehmen Produkte und Dienstleistungen her, die besser als andere sind oder schlechter? Wenn ein Unternehmen überzeugende Produkte und Dienstleistungen herstellt, sollte es mehr Kapital bekommen, und wenn nicht, sollte es weniger bekommen oder das Geschäft aufgeben.

Joe Rogan: Nun, es gibt auch einen großen Unterschied zwischen jemandem, der unglaublich viel Geld damit verdient, fantastische Produkte zu entwerfen und zu entwickeln, und jemandem, der unglaublich viel Geld damit verdient, in Unternehmen zu investieren oder Geld an der Börse zu bewegen oder Dinge in dieser Richtung zu tun. Das ist eine andere Sache, und sie alle in die gleiche Kategorie zu stecken, scheint sehr einfach zu sein. Wie du schon gesagt hast, es ist ein Angriffsvektor.

Elon Musk: Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, dass es vor allem in den USA eine Überallokation von Talenten im Finanz- und Rechtswesen gibt. Im Grunde genommen gehen zu viele kluge Leute in den Finanz- und Rechtsbereich. Das ist sowohl ein Kompliment als auch eine Kritik. Ich denke, wir sollten weniger Leute haben, die sich mit Recht und Finanzen beschäftigen, und mehr Leute, die Sachen machen.

Joe Rogan: Nun, das wäre sicherlich besser für alle Beteiligten, wenn sie bessere Sachen herstellen und anbieten würden.

Elon Musk: Ja, absolut. Früher hatte die Fertigung in den USA einen hohen Stellenwert, heute hat sie es nicht mehr. Man schaut oft auf sie herab, was meiner Meinung nach falsch ist.

Joe Rogan: Ja. Nun, ich denke, dass viele inzwischen verstehen,  – besonders (10:00) im Hinblick auf diese ganze Pandemie und unserer Beziehung zu China –  dass der Fertigung und der Fertigung in den USA ein hoher Stellenwert zukommt.

Elon Musk: Ja. Jemand muss die richtige Arbeit machen. Ein Auto zu bauen, das ist eine ehrliche Arbeit, ganz gewiss. Irgendetwas herzustellen, oder eine wertvolle Dienstleistung anzubieten, wie gute Unterhaltung, gute Informationen – das sind alles wertvolle Dinge, die man tun sollte. Ja, es sollte mehr davon geben.

Joe Rogan: Zurück zum Verkauf deiner Besitztümerhat sich diese Idee im Laufe der Zeit aufgebaut oder war da ein Moment der Erkenntnis, in dem dir das klar wurde?

Elon Musk: Ich hatte schon eine Weile darüber nachgedacht. Zum Teil, da ich eine Menge Häuser habe, aber nicht viel Zeit in den meisten von ihnen verbringe. Das scheint mir keine gute Verwendung des Vermögens zu sein. Andere könnten sich wahrscheinlich an diesen Häusern erfreuen und sie besser nutzen als ich.

Joe Rogan: Gehört dir nicht das Haus von Gene Wilder?

Elon Musk: Das gehört mir.

Joe Rogan: Das ist unglaublich.

Elon Musk: Es ist fantastisch.

Joe Rogan: Wow.

Elon Musk: Ja. Es ist genau das, was man erwarten würde.

Joe Rogan: Hast du darum gebeten, dass der Käufer es nicht versaut?

Elon Musk: Ja, das ist eine Voraussetzung.

Joe Rogan: Oh, eine Voraussetzung? Das ist eine gute Voraussetzung.In diesem Fall, in diesem Haus.

Elon Musk: Ja, es wird sich wahrscheinlich für weniger verkaufen, aber trotzdem, das ist mir egal.

Joe Rogan: Oh, er ist eine Legende. Er wollte bestimmt seine Seele, seine Essenz in diesem Haus haben.

Elon Musk: Und sie ist da.

Joe Rogan: Ist sie das?

Elon Musk: Es ist ein wirklich skurriles Haus, ja.

Joe Rogan: Wie kommen du darauf, dass sie da ist? Was gibt dir das Haus?

Elon Musk: Ich meine, alle Schränke sind wie handgefertigt, und sie haben seltsame Formen, und es gibt Türen ins Nirgendwo und seltsame Korridore und Tunnel und seltsame Gemälde an der Wand.

Joe Rogan: Hast du jemals darin gewohnt?

Elon Musk: Es ist sehr skurril. Ich habe kurz darin gewoht, ja.

Joe Rogan: Aber warum kaufst du Häuser? Du besitzt all diese Häuser. Bist du irgendwie gelangweilt und sagst: „Ich glaube, das möchte ich auch haben“?

Elon Musk: Nun, ich hatte ein Haus, und das Gene Wilder Haus steht direkt gegenüber von meinem Haupthaus. Es sollte verkauft und dann abgerissen und für drei Jahre in eine große Baustelle verwandelt werden. Daher wollte ich es kaufen, den Geist von Gene Wilder bewahren und keine riesige Baustelle haben.

Dann bekam ich Probleme mit meiner Privatsphäre, weil manche einfach zu meinem Haus kamen und anfingen, über die Mauern zu klettern und so. Daher kaufte ich einige Häuser, die an mein Haus grenzten und irgendwann kam mir die Idee, selbst ein Haus zu bauen. Ich habe ein paar Grundstücke oben an der Somera Road erworben, von wo aus man eine tolle Aussicht hat, und ich dachte mir, okay, da gibt es viele kleine, ältere Häuser, die werden sowieso bald abgerissen. Wenn ich diese kleinen Häuser sammle, dann kann ich etwas, ich weiß nicht, Künstlerisches bauen; so etwas wie ein Traumhaus.

Joe Rogan: Was ist ein Traumhaus für Elon Musk? So eine Art Tony Stark Tower?

Elon Musk: Ja, definitiv. Ja, genau. Man muss diese Kuppel haben, die sich mit dem Tarnkappenhubschrauber öffnet und solche Sachen. Unbedingt.

Joe Rogan: Verdammt ja.

Elon Musk: Auf jeden Fall.

Aber dann fragte ich mich, ob es wirklich Sinn, dass ich Zeit damit verbringe, ein Haus zu entwerfen und zu bauen. Und ich würde zudem ganz bestimmt eine Art Zwangsstörung bei den kleinen Details und dem Design bekommen. Sollte ich nicht diese Zeit darauf verwenden, uns zum Mars zu bringen? Ich sollte wahrscheinlich das Letztere tun. Also, was ist wichtiger? Mars oder ein Haus? Und ich sagte mir, dass der Mars wichtiger ist.

Joe Rogan: Sind das deine Gedankengänge? Es wäre besser, eine Reise zum Mars zu planen oder Menschen zum Mars zu bringen?

Elon Musk: Ja, definitiv. Ich meine, man kann nur eine bestimmte Anzahl an Dingen tun.

Joe Rogan: Richtig. Nun, ich weiß sowieso nicht, wie du tust, was du tust. Ich verstehe nicht, wie du The Boring Company, Tesla, SpaceX, all diese verschiedenen Dinge, die du ständig machst, betreiben kannst. Ich verstehe das nicht. Ich meine, du hast das letzte Mal, als du hier warst, erklärt, wie du dir deine Zeit einteilst und wie hektisch und verrückt das ist. Ich verstehe es immer noch nicht… die Produktivität ist rätselhaft. Es macht einfach keinen Sinn, wie du so viel schaffen kannst.

Elon Musk: Nun, ich denke, ich habe eine hohe Produktivität, aber selbst damit kostet es immer noch Zeit, ein Haus zu bauen (15:00). Und selbst, wenn es ein wirklich großartiges Haus wäre, ist das immer noch keine gute Nutzung der Zeit im Vergleich zur Entwicklung der Raketen, die notwendig sind, um uns zum Mars zu bringen und zu helfen, nachhaltige Energie möglich zu machen. SpaceX und Tesla verbrauchen bei weitem die meiste Gehirnkapazität. Die Boring Company nimmt weniger als 1% ein. Und dann Neuralink, das ist, ich weiß nicht, vielleicht sind es 5 % und dann…

Joe Rogan: 5 %? Das ist ein guter Batzen.

Elon Musk: Es ist ein guter Brocken. Ja.

Joe Rogan: Wir haben das letzte Mal darüber gesprochen. Zu dem Zeitpunkt habt ihr versucht auszurechnen, wann es tatsächlich live gehen wird, wann es tatsächlich verfügbar sein wird. Testet ihr es gerade an Menschen?

Elon Musk: Nein, wir testen noch nicht an Menschen, aber es wird wahrscheinlich nicht mehr allzu lange dauern. Ich denke, dass wir in der Lage sein könnten, eine neuronale Verbindung in weniger als einem Jahr bei einer Person zu implantieren.

Joe Rogan: Gibt es irgendwelche Tests, die ihr zuvor machen müsst, um zu sehen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Abstoßung dieses Dings beim menschlichen Körper liegt? Gibt es ein Potenzial für eine Abstoßung?

Elon Musk: Es gibt ein sehr geringes Potenzial für eine Abstoßung. Ich meine, man kann es vergleichen mit Herzfrequenzmessgeräten und Geräten, die bei epileptische Anfälle und für die tiefe Hirnstimulation eingesetzt werden, und natürlich mit künstlichen Hüften und Knien und solchen Dingen. Die Wahrscheinlichkeit… Ich meine, es ist bekannt, was zu einer Abstoßung führen wird und was nicht. Es ist definitiv schwieriger, wenn man etwas hat, das sozusagen Neuronen liest und schreibt, das einen Stromimpuls erzeugt und Stromimpulse liest. Das ist ein bisschen schwieriger als, sagen wir, ein passives Gerät, aber es ist immer noch sehr machbar. Es gibt Leute, die im Moment primitive Geräte in ihren Gehirnen haben.

Joe Rogan: Welche Art von Geräten?

Elon Musk: Nun, zum Beispiel die tiefe Hirnstimulation, die für Parkinson zur Verfügung gestellt wurde, hat wirklich das Leben der Menschen in großem Maße verändert, was irgendwie bemerkenswert ist, weil es eine Art Zappen des Gehirns ist. Es ist wie ein Tritt gegen den Fernseher. Man denkt: „Mann, gegen den Fernseher zu treten sollte nicht funktionieren.“

Joe Rogan: Das tut es manchmal. Bei den alten Fernsehgeräten.

Elon Musk: Das hat es.

Joe Rogan: Mein Opa hat immer oben drauf gehauen.

Elon Musk: Aber sicher. Ja.

Joe Rogan: Es hat manchmal funktioniert.

Elon Musk: Also, dieses Gerät zur tiefen Hirnstimulation, das in das Gehirn implantiert wird, hat das Leben der Menschen grundlegend zum Besseren verändert.

Joe Rogan: Nun, lass uns darüber reden, worüber Du bezüglich Neuralink reden kannst, denn das letzte Mal, als du hier warst, konntest du nicht wirklich darüber reden. Dann gab es, glaube ich, eine Pressemitteilung oder so etwas, die irgendwie umriss…

Elon Musk: Oh ja, sicher.

Joe Rogan: Ja, das war einige Zeit, nachdem du das letzten Mal hier warst. Was genau ist das? Was passiert, wenn jemand letztendlich einen neuralen Link installiert bekommt? Was findet dann statt?

Elon Musk: Nun, die ersten Version des Gerätes würde nur in den Schädel implantiert werden. Es wäre bündig mit dem Schädel, so dass man genau genommen ein Stück des Schädels herausnimmt und das Neuralink-Gerät dort hineinsetzt. Man würde die Elektrodenfäden sehr vorsichtig in das Gehirn einführen, und dann würde man es zunähen, und man würde nicht einmal wissen, dass jemand es hat. Es kann im Grunde überall im Gehirn angeschlossen werden. Es könnte zum Beispiel dazu genutzt werden, die Sehkraft wieder herzustellen, auch wenn man den Sehnerv verloren hat.

Joe Rogan: Wirklich?

Elon Musk: Ja, absolut. Hören… – So ziemlich alles, was…- Es könnte im Prinzip fast alles reparieren, was mit dem Gehirn nicht stimmt. Es könnte die Funktionalität von Gliedmaßen wiederherstellen. Wenn man also eine Schnittstelle zum motorischen Kortex hat und dann ein Implantat, eine Art Mikrocontroller in der Nähe von Muskelgruppen, könnte man eine Art neuronalen Shunt schaffen, der jemandem, der querschnittsgelähmt ist, die volle Funktionalität wiedergibt. Er könnte wieder ganz normal herumlaufen.

Joe Rogan: Wow.

Elon Musk: Ja, oder vielleicht etwas besser.

Joe Rogan: Ein bisschen besser?

Elon Musk: Mit der Zeit, ja.

Joe Rogan: Du meinst, mit zukünftigen Iterationen?

Elon Musk: Wie der, du weißt schon, ‚Six Million Dollar Man‘. (20:00) Obwohl das heutzutage nicht mehr nach viel klingt.

Joe Rogan: Genau, das ist ziemlich billig. ‚Six Billion Dollar Man‘.

Elon Musk: Ja.

Joe Rogan: Das Loch würde also klein sein. Wie groß wäre das Loch, das man bohren muss und dann durch dieses Teil ersetzt? Ist es nur ein Loch?

Elon Musk: Nun ja, das Gerät, an dem wir gerade arbeiten, hat etwa einen Durchmesser von einem Zoll. Dein Schädel ist übrigens ziemlich dick.

Joe Rogan: Meiner ist es auf jeden Fall.

Elon Musk: Das könnte tatsächlich so sein, buchstäblich. Ich meine, wenn du ein großer Kerl bist, ist dein Schädel tatsächlich ziemlich dick. Ein Schädel ist etwa sieben bis 14 Millimeter dick.

Joe Rogan: Bei mir wahrscheinlich ein paar Zentimeter.

Elon Musk: Ein halber Zoll. Einen halben Zoll dicken Schädel. Ja, das ist ein ganzes Stück wie… Wir haben hier eine ziemliche Kokosnuss. Das ist nicht wie eine Eierschale.

Joe Rogan: Oh ja, das glaube ich dir.

Elon Musk: Ja, man implantiert das Gerät sozusagen.

Joe Rogan: Das ist also ein ein Zoll großes Quadrat? Ein Zoll im Durchmesser, also ein ein Zoll Kreis?

Elon Musk: Ja, stell dir eine Smartwatch oder so etwas in der Art vor.

Joe Rogan: Oh, okay.

Elon Musk: Ja.

Joe Rogan: Okay, also entnimmst du diesen einen Zoll Durchmesser wie beim Eisfischen, richtig? Warst du jemals Eisfischen?

Elon Musk: Nein, aber ich würde es gerne.

Joe Rogan: Es ist großartig. Es macht wirklich Spaß. Man nimmt einen Bohrer und bohrt durch die Eisoberfläche und schafft ein kleines Loch, in das man seine Schnur eintauchen kann. So ist das. Man angelt auf der Schädeldecke, und dann verkorkt man sie.

Elon Musk: Ja, und man ersetzt dieses, sagen wir, ein Zoll große Stück Schädel durch das Neuralink-Gerät, das eine Batterie, Bluetooth und ein induktives Ladegerät hat. Dann setzt man auch die Elektroden ein. Die Elektroden werden sehr vorsichtig mit einem Roboter eingesetzt, den wir dafür entwickelt haben. Er führt die Elektroden sehr vorsichtig ein und vermeidet dabei jegliche Venen oder Arterien, so dass kein Trauma entsteht.

Joe Rogan: Durch dieses Gerät mit einem Durchmesser von einem Zoll werden die Elektroden eingeführt, und sie finden ihren Weg…

Elon Musk: Das sind an sich winzige Drähte.

Joe Rogan: Und die finden ihren Weg zu bestimmten Bereichen des Gehirns, um sie zu stimulieren?

Elon Musk: Nein, man bringt sie buchstäblich dort an, wo sie hingehören.

Joe Rogan: Oh, okay. Wie lang werden diese Drähte sein?

Elon Musk: Sie gehen normalerweise, je nachdem, wo es ist, etwa zwei oder drei Millimeter hinein.

Joe Rogan: Sie finden einfach die Stellen?

Elon Musk: Ja.

Joe Rogan: Wow.

Elon Musk: Dann setzt man das Gerät ein, und das ersetzt das kleine Stück des Schädels, das herausgenommen wurde. Danach näht man das Loch zu, und es bleibt nur eine kleine Narbe zurück, das war’s.

Joe Rogan: Wäre das austauschbar oder umkehrbar? Zum Beispiel, wenn jemand es nicht mehr aushält? „Ich bin zu schlau, ich halte es nicht aus.“

Elon Musk: Ja, man kann es wieder herausnehmen.

Joe Rogan: Abgesehen von der Wiederherstellung der Gliedmaßfunktion, des Sehvermögens und des Gehörs, was alles erstaunlich ist, gibt es irgendwelche kognitiven Vorteile, die du dir von so etwas versprichst?

Elon Musk: Im Prinzip ist es eine Möglichkeit für die Behebung jeder Art von Hirnverletzung oder schwerer Epilepsie oder etwas in der Art. Es könnte die Epilepsie sozusagen aufhalten. Es könnte es in Echtzeit erkennen und dann einen Gegenimpuls abfeuern und die Epilepsie stoppen.

Ich meine, es gibt eine ganze Reihe von Hirnverletzungen. Wenn man z. B. einen Schlaganfall hat, kann man die Fähigkeit zu sprechen verlieren, und das könnte auch repariert werden. Wenn man einen Schlaganfallschaden hat oder man verliert, sagen wir, die Muskelkontrolle über einen Teil des Gesichts oder so etwas in der Art. Und dann, wenn man älter wird, neigt man dazu… – wenn man Alzheimer oder so etwas bekommt, dann verliert man das Gedächtnis, und das könnte einem dabei helfen, das Gedächtnis wiederherzustellen und solche Dinge.

Joe Rogan: Die Wiederherstellung des Gedächtnisses – wie wird das ermöglicht? Diese Drähte, diese kleinen Drähte stimulieren also diese Bereiche des Gehirns. Ist es so, dass diese Bereiche des Gehirns eine Art elektrische Kraft verlieren? Was passiert da?

Elon Musk: Man kann sich das als einen Haufen Schaltkreise vorstellen, und es gibt einige Schaltkreise, die kaputt sind, und wir können diese Schaltkreise reparieren. Es ist ein Ersatz für diese Schaltkreise.

Joe Rogan: Läuft dort eine bestimmte Frequenz durch?

Elon Musk: Ja.

Joe Rogan: Ist der Prozess, herauszufinden, wie viel oder wie wenig… – (25:00) wie viel diese Bereiche des Gehirns hochgepusht werden müssen?

Elon Musk: Ja. Es gibt noch eine Menge Arbeit zu tun. Wenn ich sage, dass wir eine Chance haben, es wahrscheinlich innerhalb eines Jahres in eine Person einzusetzen, dann ist das genau das, was ich meine. Ich denke, wir haben eine Chance, einen Neuralink einzusetzen und dadurch eine Person gesund zu bekommen und einige Funktionen wiederherzustellen, die sie verloren hatte.

Joe Rogan: Die Befürchtung ist, dass man irgendwann den ganzen Kopf abschneiden und ein neues Oberteil mit einer ganzen Reihe von Drähten anbringen muss, wenn man die echte Turbo-Version haben will. Der P100D der Hirnstimulation.

Elon Musk: Ich meine, wenn man letztendlich eine vollständige KI-Symbiose anstrebt, wird man wahrscheinlich so etwas machen wollen.

Joe Rogan: Symbiose ist ein gruseliges Wort, wenn es um KI geht.

Elon Musk: Es ist optional.

Joe Rogan: Das hoffe ich doch. Es ist nur, ich meine, wenn man einmal den Lebensstil von Doctor Manhattan genossen hat, wenn man einmal ein Gott geworden ist, scheint es sehr unwahrscheinlich, dass man wieder dumm sein will. Du könntest buchstäblich die Art und Weise, wie die Menschen miteinander umgehen, grundlegend verändern.

Elon Musk: Ja. Sie bräuchten nicht zu reden.

Joe Rogan: Ich habe solche Angst davor, bin aber gleichzeitig so aufgeregt darüber. Ist das seltsam?

Elon Musk: Nun, die KI wird besser und besser. Nehmen wir mal an, es ist so etwas wie ein gutartiges KI-Szenario. Selbst in einem gutartigen Szenario sind wir irgendwie zurückgeblieben. Wir sind nicht mit von der Partie. Wir sind einfach zu dumm.

Joe Rogan: Richtig.

Elon Musk: Wie soll man da mithalten? Wenn du sie nicht schlagen kannst, mach bei ihr mit. Wir sind bereits bis zu einem gewissen Grad ein Cyborg, richtig? Denn du hast dein Telefon, du hast deinen Laptop, deine elektronischen Geräte. Wenn du heute dein Telefon nicht dabei hast, ist es, als hättest du das „Missing-Limb-Syndrom“. Es fühlt sich an, als würde wirklich etwas fehlen. Wir sind bereits teilweise ein Cyborg oder ein KI-Symbiont, im Wesentlichen.

Es ist nur so, dass die Datenrate zur Elektronik langsam ist. Vor allem bei der Ausgabe, da man ja nur die Daumen benutzt. Ich meine, wie hoch ist deine Datenrate? Optimistisch betrachtet, 100 Bits pro Sekunde. Das ist großzügig gerechnet. Jetzt kann der Computer mit hundert Terabyte kommunizieren. Bestimmt ist dir bewusst, dass Gigabits an diesem Punkt trivial sind.

Im Grunde kann dein Computer Dinge eine Million Mal schneller erledigen. Ab einem bestimmten Punkt ist es, als würde man mit einem Baum sprechen. Okay? Das ist langweilig. Man redet mit einem Baum – das ist nicht sehr unterhaltsam. Wenn man das Problem der Datenrate lösen kann, vor allem bei der Ausgabe, aber auch bei der Eingabe, dann kann man die Symbiose, die bereits zwischen Mensch und Maschine besteht, verbessern.

Joe Rogan: Also, ihr könnt das verbessern – wenn du sagst, man muss nicht mehr miteinander reden. Wir haben immer darüber gescherzt. Ich habe in diesem Podcast schon eine Million Mal darüber gescherzt, dass es eines Tages in der Zukunft eine Zeit geben wird, in der man die Gedanken des anderen lesen kann. Man wird in der Lage sein, auf eine Art nonverbale, nicht-physische Weise miteinander in Kontakt zu treten und Daten hin und her zu übertragen, ohne dass man den Mund benutzen muss, um Geräusche zu machen.

Elon Musk: Genau, also wenn man… Was passiert, wenn man, sagen wir mal, eine komplexe Idee hat, die man jemandem vermitteln will – wie macht man das? Nun, das Gehirn betreibt eine Menge Aufwand, um ein komplexes Konzept in Worte zu fassen, und dabei entsteht eine Menge Verlust, Informationsverlust, der auftritt, wenn man ein komplexes Konzept in Worte fasst. Dann sagt man diese Worte, und diese Worte werden dann interpretiert, dann werden sie von der Person, die zuhört, dekomprimiert. Diese Person wird im besten Fall ein sehr unvollständiges Verständnis von dem bekommen, was man zu vermitteln versucht hat. Es ist sehr schwierig, ein komplexes Konzept präzise zu vermitteln, denn es gibt eine Kompression, eine Dekompression, (30:00) es kann sein, dass man nicht einmal alle Worte richtig verstanden hat, und so ist die Kommunikation schwierig. Was wir hier haben, ist ein Versagen in der Kommunikation. Cool Hand Luke.

Joe Rogan: Ja. Großartiger Film.

Elon Musk: Ja, der war gut.

Joe Rogan: Es gibt auch einen Interpretationsfaktor. Man kann bestimmte Wortfolgen auf unterschiedliche Weise interpretieren, und das hängt vom Tonfall ab, von sozialen Hinweisen, sogar vom Gesichtsausdruck, von Sarkasmus. Es gibt eine Menge Variablen.

Elon Musk: Sarkasmus ist schwierig. (30:34)

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