Khan Academys Interview mit Elon Musk 2013

Im Rahmen ihrer Vortragsreihe „Entrepreneurship“ veröffentlichte die Khan Academy am 23. April 2013 dieses von Salman Khan geführte Interview mit Elon Musk auf YouTube. Themen des fast 50-minütigen Interviews sind u. a. ein kleines USB-Kabel, das großen Ärger verursacht, die Beweggründe für die Gründung verschiedener Unternehmen und warum ein Raumfahrtunternehmen nicht aus dem Wunsch nach einer sicheren Geldanlage geboren wird. Außerdem stellt Salman Khan Elon Musk Fragen über Raketen, Zeitpläne und wie er die Zukunft seiner Firmen SpaceX und Tesla sieht und das Publikum möchte erfahren, was er bei der Gründung seiner Firmen beachtet hat und ob es Neuigkeiten zum „Hyperloop“ gibt. Wenn Sie das Interview lesen, bedenken Sie bitte, dass einige Dinge hier mit einem Augenzwinkern oder einem Lachen gesagt wurden und nicht ganz ernst gemeint waren. Sollten Sie sich also über die eine oder andere Aussage wundern, schauen Sie sich am besten die Szene im YouTube-Video an, um Missverständnisse zu vermeiden. Zum englischen Transkript des Interviews gelangen Sie durch Klicken auf den Link.

Sal Khan: (00:00) Zunächst einmal möchte ich Elon danken, dass er gekommen ist – hungrig. Du hast nicht einmal zu Abend gegessen. Und wir haben Dir noch nicht einmal etwas Ordentliches zu essen angeboten.

Elon Musk: Nein, tut mir leid, dass ich ein bisschen zu spät bin. Ich komme gerade aus der Tesla-Fabrik in Fremont.

Sal Khan: Okay. War etwas nicht in Ordnung?

Elon Musk: Es gibt immer etwas, das nicht läuft.Es gibt immer etwas, das falsch ist. Weil einfach zu viel passiert. Das Kniffligste beim Auto sind die Tausende von Einzelkomponenten – es gibt Tausende von einzigartigen Komponenten – und wenn auch nur eine fehlt, kann man keine Autos bauen. Das heutige Fiasko war also – ich scherze nicht – uns fehlte ein USB-Kabel für 3 Dollar. Okay. Wir konnten also keine Autos fertigstellen, weil…

Sal Khan: Also wurde die ganze Linie gestoppt?

Elon Musk: Ja. Im Wesentlichen, weil es ein Teil des Kabelbaums ist. Man kann den Innenraum nicht ohne dieses Kabel einbauen. Wir könnten also entweder einen ganzen Haufen Autos ohne Innenraum bauen, was bedeutet, dass man sie auf dem Hof stapeln muss.

Sal Khan: Der Wiederverkaufswert wäre nicht gut.

Elon Musk: Nun, das kann man machen, aber wenn dann die Dinge aus der Reihe tanzen… – Es ist einfach viel ineffizienter; man hat keine laufende Produktionslinie. Dann muss man Hundertschaften zu den Autos auf den Lagerplatz schicken. Und dieses ist nun zufällig ein besonders tückisches Kabel. Es ist sozusagen unter dem Teppich verlegt, an einer schwierigen Stelle. Es kostet buchstäblich 3 Dollar. Wir mussten Leute durch die ganze Bay Area schicken, um USB-Kabel zu kaufen.

Sal Khan: Also sozusagen bei Radio Shack?

Elon Musk: Bei Fry’s.

Sal Khan: Oh, Fry’s. Das ist besser.

Elon Musk(zum Publikum) Sie werden es schwer haben, jetzt ein USB-Kabel bei Fry’s zu bekommen, weil wir jedes einzelne gekauft haben.

Sal Khan: Das ist gut zu wissen.

Elon Musk: Und so sind wir jetzt in der Lage, die Produktion fortzusetzen. Ich will die Anekdote nicht ausschmücken, aber der Lieferant ist in China und wir hatten einen Plan A und einen Plan B. Plan A war der normale Lieferprozess. Aber der Zulieferer schickte uns unsere Teile nicht in einem eigenen Paket, sondern zusammen mit einem Haufen anderer Sachen für andere Firmen, und das alles mit einem extrem langsamen Schiff von China nach LA. Als die Lieferung in LA ankam, wurden die anderen Sachen nicht durch den Zoll gelassen. Also wollten sie unser Zeug auch nicht durchlassen, weil…

Sal Khan: Sie haben es in ein Fass Obst oder so gepackt.

Elon Musk: Ich weiß nicht, wo sie es mit reingepackt haben, aber es war irgendetwas, das dem Zoll nicht gefallen hat. Und der Papierkram war nicht in Ordnung oder was auch immer. Also blieb es dort für ein paar Wochen hängen. Und dann hatten wir einen Plan B. Wir riefen an und sagten: Schaut mal, ihr müsst uns ein paar von diesen Kabeln per Luftfracht schicken – denn es sind nur kleine Kabel. Wir sprachen mit ihrer US-Tochter und bestellten bei der US-Tochter, die das dann nach China weiterleitete. Aber dann, weil es sich um eine weitere Charge von Teilen handelte, also um eine Art Doppelbestellung, wurde das Kreditlimit, das wir hatten, überschritten und die Kabel wurden nicht verschickt.

Sal Khan: Faszinierend. Also verliert jetzt jemand seinen Job. Nein, das war nur ein Scherz. Du sollst niemanden feuern.

Elon Musk: Ich meine, das ist ziemlich lächerlich. Naja, die Kabel kommen heute Abend um 23 Uhr oder so an.

Sal Khan: Wow. Und diese Dinge passieren ständig oder war das ein ungewöhnlicher Umstand?

Elon Musk: Ja. Das ist nur ein Beispiel, aber es gibt viele solcher Vorfälle.

Sal Khan: Ich schätze, das ist ein wirklich gutes Beispiel, denn das führt zu dem, was mich schon immer an vielem, was Du tust, fasziniert hat. Nun, ich fange mal damit an: Wie bist Du dazu gekommen?

Elon Musk: Autos herzustellen?

Sal Khan: Autos zu produzieren. Die NASA zu übernehmen. Nun, nicht die NASA zu übernehmen – ein Auftragnehmer für die NASA zu sein.

Elon Musk: Nur fürs Protokoll: Wir übernehmen die NASA nicht.

Sal Khan: Ihr werdet die NASA nicht übernehmen. Die sind eine unabhängige Organisation. Aber Ihr werdet ein wichtiger Anbieter von Dienstleistungen für die NASA. Dann natürlich eine Art von Internet-Zahlungen und Zahlungen im Allgemeinen. Ich meine, das sind drei völlig unterschiedliche Bereiche. Ich denke, viele Leute würden jemanden nicht ernst nehmen, wenn er einen Geschäftsplan in einem dieser Bereiche hätte.

Elon Musk: Richtig. Tut mir leid, dass ich essen muss. (isst etwas Obst, das ihm angeboten wurde)

Sal Khan: Oh, ja, nimm Dir Zeit. Was war Dein… – dachtest Du schon immer, dass Du das machen würdest, oder – wann dämmerte es Dir, dass Du versuchen würdest, drei Branchen zu revolutionieren?

Elon Musk: Nun, als ich auf dem College war… – Ich habe sowas nicht wirklich erwartet. Es war nicht so, dass sich eine langjährige Erwartung erfüllt hätte. Aber als ich im College war, habe ich darüber nachgedacht, welches die Bereiche sind, die meiner Meinung nach die Zukunft der Menschheit am meisten beeinflussen würden. Die drei Bereiche waren das Internet, nachhaltige Energie und die Erforschung des Weltraums, besonders wenn die Menschheit zu einer multiplanetaren Spezies wird.

Es gibt eine ziemlich deutliche Zweiteilung unserer Zukunft. Entweder sind wir da draußen zwischen den Sternen und leben (05:00) auf mehreren Planeten, oder wir bleiben auf die Erde beschränkt, bis wir zwangsläufig irgendwann aussterben werden. Nicht, dass ich pessimistisch bin, was das Leben auf der Erde angeht. Ich meine, die Dinge werden wahrscheinlich gut sein. Eher gut als schlecht.

Sal Khan: Beim Yellowstone ist alle paar hunderttausend Jahre eine Explosion fällig… Shandra (im Publikum) weiß darüber Bescheid. Es sind inzwischen 700.000 Jahre vergangen.

Elon Musk: Richtig. Stimmt.

Sal Khan: Ein Supervulkan, für die von Ihnen, die das nicht wissen.

Elon Musk: Ja. Ganz genau. Ich weiß genau, wovon Du sprichst.

Sal Khan: Wir lesen die gleichen Bücher. Das kann ich bestätigen.

Elon Musk: Auf jeden Fall. Ich meine, wenn man genug Zeit verstreichen lässt, passiert immer irgendetwas Schlimmes. Und die Zivilisation gibt es erst seit so kurzer Zeit, dass diese Zeitskalen sehr lang erscheinen, aber auf einer evolutionären Zeitskala sehr kurz sind. Eine Million Jahre auf einer evolutionären Zeitskala ist wirklich nicht sehr viel. Und die Erde gibt es seit viereinhalb Milliarden Jahren, also ist das eine ausgesprochen winzige Zeitspanne. Aber für uns wäre das… – kannst Du Dir vorstellen, wenn die menschliche Zivilisation auch nur im Entferntesten mit dem gegenwärtigen Tempo des technologischen Fortschritts eine Million Jahre lang weitermachen würde? Wo wären wir dann? Ich denke, wir wären entweder ausgestorben oder auf vielen Planeten. Das sind die beiden Optionen.

Sal Khan: Aber angesichts dessen – ich meine, das ist irgendwie sehr episch, wenn man so darüber nachdenkt. Wie hast Du das konkret gemacht? Wie wird das zu SpaceX, Tesla und PayPal?

Elon Musk: Nun, ich habe über diese Dinge eher abstrakt nachgedacht. Nicht mit der Erwartung, dass ich tatsächlich eine Karriere in diesen Bereichen machen würde. Aber ich wollte zumindest in einem von ihnen involviert sein. Zuerst dachte ich, dass die besten Chancen bei Elektroautos liegen würden. Das Gebiet, das ich untersuchte, waren also fortschrittliche Kondensatoren, im Wesentlichen Kondensatoren, die eine höhere Leistungsdichte haben als Batterien. Sie haben eine sehr hohe Leistungsdichte, aber eine geringe Energiedichte. Vielleicht haben Sie eine Vorlesung zu diesem Thema, ich weiß es nicht.

Sal Khan: Oh, ja, nein. Das sollten wir anbieten. Wir werden später dazu kommen.

Elon Musk: Ganz genau. Wenn man also einen Kondensator herstellen könnte, der auch nur annähernd die Energiedichte einer Batterie hat, mit dieser unglaublich hohen Leistungsdichte und dieser quasi unendlichen Zyklus- und Kalenderlebensdauer, dann hätte man eine großartige Lösung für die Energiespeicherung und mobile Anwendungen. Also wollte ich daran arbeiten und versuchen, die Ausrüstung, die für die fortschrittliche Chip-Herstellung und Photonik entwickelt wurde, zu nutzen, um ultrapräzise Kondensatoren auf molekularer Ebene herzustellen.

Sal Khan: Und das war, als Du Deinen Doktor machen wolltest? Du hattest einen kurzen Abstecher nach Stanford gemacht?

Elon Musk: Das ist richtig.

Sal Khan: Für einen Doktortitel in angewandter Physik?

Elon Musk: Angewandte Physik, Materialwissenschaft.

Sal Khan: Richtig. Also hast Du schon damals daran gedacht, etwas in diesem Bereich zu machen?

Elon Musk: An sich war das, um an Energiespeicherlösungen für Elektroautos zu arbeiten. Ich hatte bei einer Firma im Silicon Valley namens Pinnacle Research gearbeitet, die fortschrittliche Kondensatoren herstellte. Es waren Elektrolytkondensatoren. Sie waren eigentlich ziemlich gut. Sie hatten eine Energiedichte wie eine Bleibatterie, was für einen Kondensator viel ist. Aber sie benutzten Ruthenium-Tantal-Oxid. Ich glaube, zu der Zeit wurden vielleicht ein oder zwei Tonnen Ruthenium pro Jahr auf der ganzen Welt abgebaut. Das ist also keine skalierbare Lösung. Aber ich dachte, es könnte eine Festkörperlösung geben, z. B. mit einer Chip-Herstellungsanlage. Das sollte die Grundidee sein. Aber ich war mir nicht sicher, ob der Erfolg eines der möglichen Ergebnisse sein würde. Es ist schwierig, das Problem genau einzugrenzen und zu sagen, okay…

Sal Khan: Du hattest also das Gefühl, dass dies ein unausweichlicher Fehlschlag sei. Könnte man das auch so ausdrücken?

Elon Musk: Nein. Ich habe nicht geglaubt, dass es scheitern würde, aber ich war mir auch nicht sicher, ob es ein Erfolg würde.

Sal Khan: Okay. Ja.

Elon Musk: Wenn man etwas in Angriff nimmt, ist die Möglichkeit eines Erfolges generell wünschenswert.

Sal Khan: Richtig, genau.

Elon Musk: Denn natürlich ist Scheitern eine der Möglichkeiten. Aber im Idealfall möchte man, dass der Erfolg im Rahmen der Ergebnisse liegt. Ich war mir nicht ganz sicher, ob das der Fall ist. Ich denke, Erfolg auf akademischer Ebene wäre ziemlich wahrscheinlich gewesen, weil man irgendeine nutzlose Arbeit veröffentlichen kann. Die meisten Papiere dieser Art sind ziemlich nutzlos…

Sal Khan: Wir haben ein paar – (zum Publikum) nehmen Sie das nicht übel.

Elon Musk: Ich meine, wie viele Doktorarbeiten werden tatsächlich jemals von jemandem genutzt?

Sal Khan: Das ist ein guter Punkt.

Elon Musk: Prozentual gesehen nicht besonders viele. Es hätte eines dieser Ergebnisse sein können, bei denen man dem Baum der Erkenntnis ein paar Blätter hinzufügt. Und auf diesem Blatt würde stehen: nein, es ist nicht möglich. (10:00) Und da gehen sieben Jahre meines Lebens dahin. Das war eine Möglichkeit. Und ich war bereit, das zu tun.

Aber dann kam das Internet auf. Beim Internet war ich mir ziemlich sicher, dass Erfolg eines der möglichen Ergebnisse wäre, und es schien, als könnte ich entweder einen Doktortitel machen und zusehen, wie das Internet entsteht, oder ich könnte dabei sein und es in irgendeiner Weise mitgestalten. Mir gefiel der Gedanke nicht, nur zuzusehen. Also entschied ich mich, meine anderen Pläne auf Eis zu legen und eine Internet-Firma zu gründen. Wir entwickelten eine Internet-Publishing-Software, Karten und Wegbeschreibungen, Gelbe Seiten, diese Art von Dingen. Und wir hatten als Investoren und Kunden Medienunternehmen wie die New York Times Company, Knight-Ridder…

Sal Khan: Das war im Anfangsstadium. Ich meine, das war etwa Ende neun…

Elon Musk: ’95.

Sal Khan: ’95. Das war wirklich früh, also wirklich die frühesten Anfänge.

Elon Musk: Ja, absolut. Dann haben wir… wir arbeiteten mit den Medienunternehmen zusammen, weil wir Geld brauchten. 1995 gab es kein Geld für Werbung. Tatsächlich erschien den Leuten die Idee, im Internet zu werben, als lächerliche. Bekanntermaßen ist sie das heute nicht mehr. Aber zu der Zeit war dies ein sehr ungewöhnlicher Vorschlag. Viele Medienunternehmen waren sich nicht einmal sicher, ob sie online sein sollten. Sie sahen keinen Sinn darin.

Sal Khan: Dachtet Ihr, dass PayPal nur eine einfache, kleine Internet-Möglichkeit sein würde… oder war Euch bewusst, dass sich das zu dieser großen Art von Transaktions-Verarbeitungsmaschine entwickeln würde, die es jetzt ist?

Elon Musk: Ich habe nicht mit so einer hohen Wachstumsrate gerechnet. Das war tatsächlich ein großes Problem. Wir haben PayPal auf der University Avenue gestartet. Wir hatten bereits circa einen Monat nach Aktivierung der Webseite 100.000 Kunden.

Sal Khan: Wirklich? So schnell. Wow, mir war nicht klar, dass es…

Elon Musk: Ja, es war verrückt.

Sal Khan: Wie hat es angefangen? Woher wussten die Leute überhaupt, dass sie es benutzen sollten? Es müssen schließlich sowohl Käufer als auch Verkäufer involviert sein.

Elon Musk: Ja. Nun, wir begannen damit, dass wir den Leuten 20 Dollar anboten, wenn sie ein Konto eröffneten. Und 20 Dollar, wenn sie jemanden warben. Dann haben wir das auf 10 Dollar gesenkt. Und dann auf 5 Dollar. Als das Netzwerk immer größer wurde, überstieg der Wert des Netzwerks selbst jede Art von Zuckerbrot, das wir anbieten konnten.

Sal Khan: Wie viel Geld habt Ihr mit dieser Art von 5-, 10-, 20-Dollar-Anreiz ausgegeben, um diese kritische Masse in Gang zu bringen?

Elon Musk: Das war eine ordentliche Summe. Ich schätze, es waren ungefähr 60 oder 70 Millionen Dollar.

Sal Khan: Oh, wow, okay. Es war also beträchtlich. Okay, wir reden hier nicht von Peanuts.

Elon Musk: Das hängt vom Maßstab ab. Es sind Peanuts für Google.

Sal Khan: Das ist richtig.

Elon Musk: Es sind Peanuts. Google hat 50 Milliarden Dollar, Apple hat 150 Milliarden Dollar, eine verrückte Menge an Geld. Das ist nur das Bargeld.

Sal Khan: Okay, das war also kein unheimlich hoher Betrag. Mir war nicht bewusst, dass das sozusagen im normalen Bereich liegt.

Elon Musk: 1% von Googles Cash wären 500 Millionen Dollar. Das waren also gerade mal  0,1%.

Sal Khan: Das ist wahr. Du hast recht, das ist preiswert. Es ist nicht der Rede wert.

Elon Musk: Im Vergleich zu denen war es ziemlich wenig Geld.

Sal Khan: Das ist richtig.

Elon Musk: Und dann haben wir eine Reihe von Dingen getan, um die Reibungsverluste zu verringern. Es ist wie mit Bakterien in einer Petrischale. Man versuch, dass ein Kunde etwa zwei Kunden generiert. Okay? Oder so etwas in der Art. Vielleicht drei Kunden, im Idealfall. Und das soll möglichst schnell passieren. Man könnte das sozusagen durch das Wachstum von Bakterien in einer Petrischale darstellen. Es breitet sich sehr schnell aus, bis es den Rand der Petrischale trifft, und dann verlangsamt sich der Prozess.

Sal Khan: Und dann, nach Paypal… – Bis zu einem gewissen Grad verstehen wir – besonders wir im Silicon Valley – das Internet irgendwie. Wir kennen Leute. Paypal hat eine bemerkenswerte Größenordnung erreicht. Aber SpaceX scheint einfach wirklich… – Nun, wie hast Du entschieden, dass Du das auf jeden Fall machen wirst? Und was ist das erste, was man tun muss? Wie geht man überhaupt raus… Ich weiß nicht einmal, wie man anfängt, eine Raketenfirma zu gründen.

Elon Musk: Nun, ich auch nicht wirklich. In der Tat sind die ersten drei Raketenstarts fehlgeschlagen. Es ist also nicht so, dass alles lief wie geschmiert. Es lief eher ziemlich holprig an.

Sal Khan: Aber selbst nur eine Rakete zu starten, an diesen Punkt zu kommen. Ich weiß nicht einmal, wie man dorthin kommt? Wie hast Du das entschieden? Und was hast Du dann am ersten Tag getan? Wen hast Du angerufen? Hast Du einen Plan geschrieben? Hast Du angefangen… ich weiß nicht einmal, was.

Elon Musk: Eigentlich ist der Ursprung von SpaceX, dass ich versucht habe, herauszufinden, warum wir keine Menschen zum Mars geschickt haben. Denn der offensichtliche nächste Schritt nach Apollo war, Menschen zum Mars zu schicken. Was aber tatsächlich passierte, war, dass wir ein paar Menschen zum Mond geschickt haben, und danach haben wir niemanden mehr zum Mond oder zum Mars oder sonst etwas geschickt. Aber wenn man die Leute 1969 gefragt hätte, wie das Jahr 2013 aussehen würde, hätten sie gesagt, (15:00) es wird eine Basis auf dem Mond geben. Wir hätten zumindest ein paar Leute zum Mars geschickt. Und vielleicht gäbe es sogar eine Basis auf dem Mars. Es gäbe so etwas wie Weltraumhotels im Orbit. Und es gäbe all diese fantastischen Dinge im Weltraum. Das ist es, was die Leute erwartet haben.

Und dann sagst Du, na ja, ganz ehrlich, im Jahr 2013 werden die Vereinigten Staaten nicht in der Lage sein, jemanden in den Orbit zu schicken. Aber es wird dieses Gerät in Ihrer Tasche geben, das etwa so groß ist wie ein Kartenspiel, das Zugang zu allen Informationen der Welt hat, und Sie können mit jedem auf dem Planeten Erde sprechen. Selbst wenn Sie irgendwo in einem abgelegenen Dorf sind, solange es etwas gibt, das sich Internet nennt – sie wüssten natürlich nicht, was das bedeutet – dann wären Sie in der Lage, mit jedem sofort zu kommunizieren und hätten Zugang zum gesamten Wissen der Menschheit. Die Leute hätten gesagt: „Blödsinn. Sowas wird es auf keinen Fall geben.“

Sal Khan: Richtig.

Elon Musk: Und doch haben wir alle das. Und Weltraum findet nicht statt. Also habe ich versucht, herauszufinden, was hier los ist. Das war 2001. Ein Freund von mir hat mich gefragt, was ich nach PayPal machen werde. Ich sagte, nun ja, ich habe mich schon immer für den Weltraum interessiert, aber ich glaube nicht, dass es irgendetwas gibt, was ein Einzelner im Weltraum anstellen könnte, weil das die Sache der Regierungen ist, und normalerweise von großen Regierungen. Aber ich bin neugierig, wann wir jemanden auf den Mars schicken werden. Also habe ich auf der NASA-Webseite nachgeschaut. Ich konnte aber nichts dazu finden. Ich dachte mir, entweder bin ich schlecht darin, auf die Website zu schauen, oder sie haben eine schreckliche Website, denn es muss doch ein Datum geben.

Sal Khan: Das sollte ein Datum sein, das einem ins Auge springt.

Elon Musk: Ja. Das sollte auf der Titelseite stehen. Dann entdeckte ich, dass die NASA gar keine Pläne hatte, Menschen zum Mars oder auch nur wieder zum Mond zu schicken. Das war wirklich enttäuschend. Ich dachte, na ja, vielleicht ist das eine Frage des nationalen Willens. Vielleicht müssen wir die Menschen wieder für den Weltraum begeistern und versuchen, so der NASA ein größeres Budget zu verschaffen – und dann würden wir Menschen zum Mars schicken. Also begann ich zu recherchieren, mich mehr mit dem Weltraum zu beschäftigen und viele Bücher zu lesen.

Ich kam auf die Idee, eine so genannte Mars-Oase zu organisieren, d.h. ein kleines Gewächshaus mit Samen in dehydriertem Gel sollte zum Mars geschickt werden und bei der Landung hydratisiert werden. So hätte man grüne Pflanzen auf einem roten Hintergrund. Die Öffentlichkeit reagiert auf Präzedenzfälle und Superlative. Es wäre also das erste Leben auf dem Mars, das bisher am weitesten gereiste Leben. Und Sie hätten dieses tolle Bild von grünen Pflanzen auf rotem Hintergrund. Das sollte die Menschen doch ziemlich begeistern. Also fing ich an, mich damit zu beschäftigen und zu überlegen, ob ich es mir leisten kann, ein Raumschiff zu bauen. Denn ich hatte zwar etwas Geld durch PayPal, aber diese Mission musste in dieses Budget passen. Außerdem mussten wir zwei Missionen planen, denn wenn wir nur eine machten und die scheiterte, dann hätte das den gegenteiligen Effekt haben können.

Sal Khan: Aber Du warst bereit, sozusagen alles auf diese Karte zu setzen?

Elon Musk: Ich war bereit, die Hälfte des Geldes, das ich durch PayPal besaß, auszugeben, ohne eine Rendite zu erwarten. Ich war überzeugt, dass dies einfach etwas ziemlich Wichtiges ist, und ja, es schien, dass ich die Hälfte des Geldes, das ich bei PayPal verdient hatte, dafür ausgeben könnte. Und wenn das der NASA ein größeres Budget verschaffte und dazu führte, dass wir zum Mars fliegen, wäre das ein ziemlich gutes Ergebnis.

Sal Khan: Als Deine Freunde oder Deine Familie auf Dich zukamen und sagten, schau, es gibt Nationen, die das nicht können – Du bist eine einzelne Person. Zugegeben, Du hast einige Mittel, aber… – Was hast Du gesagt oder getan oder gedacht?

Elon Musk: Viele Freunde von mir haben versucht, mir die Gründung einer Raketenfirma auszureden, weil sie es für verrückt hielten. Und ein Freund von mir hat mich dazu gebracht, mir ein Video von explodierenden Raketen anzusehen. Es gab einfach viele Leute, die das für eine wirklich verrückte Idee hielten. Und es gab einige, die versucht hatten, Raketenfirmen zu gründen – ohne Erfolg. Sie versuchten, es mir auszureden. Aber die Sache ist die – ihre Prämisse, um es mir auszureden, war, naja, „Wir denken, Du wirst das Geld, das du investierst, verlieren.“ Ich sagte: „Nun, das war sowieso meine Erwartung, also macht es mir nichts aus, wenn ich es verliere.“ Natürlich macht es mir etwas aus, aber ich meine, es ist nicht so, dass ich versucht habe, die beste Art und Weise herauszufinden, wie man Geld am gewinnbringendsten investiert, und mich auf dieser Basis für die Raumfahrt entschieden habe. Es ist nicht so, dass ich dachte, wow…

Sal Khan: Du hast also ein Raketenunternehmen nicht im Zusammenhang mit Geldmarktanleihen oder AAA-Anleihen gesehen.

Elon Musk: Ich hätte in Immobilien investieren können. Ich könnte in die Schuhherstellung investieren. In alles. Und ich war sicherlich nicht der Ansicht, dass die Raumfahrt den höchsten ROI (Return on Investment) bietet- das ist nicht das, was ich… – das war nicht die Prämisse. Ich fand es nur wichtig, dass die Menschheit über die Erde hinaus expandiert, und das taten wir nicht; also hätte ich vielleicht die Möglichkeit, das irgendwie voranzutreiben. Dann gelang es mir, die Kosten für die Raumkapsel und alles andere auf eine relativ überschaubare Zahl zu drücken. Aber ich blieb bei der Rakete hängen. Die US-Raketen waren viel zu teuer. Am Ende bin ich nach Russland gegangen. (20:00) Ich bin dreimal nach Russland geflogen, um über den Kauf einer Interkontinentalrakete zuverhandeln. Ich habe versucht, zwei der größten Interkontinentalraketen der russischen Flotte in den Jahren 2001 und 2002 zu kaufen. Und ich habe tatsächlich einen Preis ausgehandelt.

Sal Khan: Ich werde diese Aussage einfach stehen lassen. Ich werde nicht einmal… – Nun, eigentlich muss ich… – Wen hast Du dafür angerufen?

Elon Musk: Man schlägt die Gelben Seiten auf und sucht nach „Interkontinentalrakete“.

Sal Khan: Wie funktioniert das… – Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, aber ich möchte das jetzt genauer wissen. Du hast also irgendwann entschieden, dass Du eine Interkontinentalrakete kaufen musst?

Elon Musk: Ja. Nun, eigentlich wollte ich zuerst nur eine normale Trägerrakete kaufen, mit der man Satelliten startet, aber die sind zu teuer.

Sal Khan: Ich verstehe.

Elon Musk: Die Boeing Delta II hätte pro Stück 65 Millionen Dollar gekostet, zwei wären also 130 Millionen Dollar gewesen. Das hätte bereits mein Budget gesprengt. Ich habe versucht, zu verhandeln, aber ohne Erfolg.

Sal Khan: Wie viel kostet eine Interkontinentalrakete? Ich bin neugierig. Was ist der Marktpreis für eine davon?

Elon Musk: Nun…

Sal Khan: Das war direkt nach der Finanzkrise; der Preis könnte gestiegen sein.

Elon Musk: Ja, die Preise sind seither stark angestiegen. Aber im Jahr 2001 hätte jede etwa 10 Millionen Dollar gekostet. Zwei hätten 20 Millionen Dollar gekostet. Und dann dachte ich, ich könnte den Rest der Mission auch auf etwa 10 Millionen Dollar pro Stück herunterbringen, so dass wir eine Doppelmission mit zwei identischen Starts, zwei identischen Raumfahrzeugen für etwa 40 Millionen Dollar hätten. Und ich dachte, okay, das kann ich machen.

Sal Khan: Aber Du musst doch so etwas wie Raketenwissenschaftler gehabt haben, die Dich zu diesem Zeitpunkt beraten haben? Das hört sich an, als wäre es Dir ernst gewesen. Ich meine, Du warst…

Elon Musk: Ja. Ich engagierte eine Reihe von Beratern und begann, mich irgendwie mit der Raumfahrtindustrie vertraut zu machen. Aber dann, nach der dritten Reise nach Russland, wurde mir klar, dass ich mit meiner ersten Prämisse – also, dass es an Willen mangelt – eigentlich falsch lag. Tatsächlich gibt es in den Vereinigten Staaten einen enormen Willen zur Erforschung des Weltraums. Denn die Vereinigten Staaten sind im Grunde eine Nation von Entdeckern. Ich meine, es ist eine Destillation des menschlichen Geistes der Erforschung.

Daher war es natürlich ziemlich dumm von mir zu denken, dass es den Leuten an Motivation mangelt. Aber die Menschen möchten nicht für so viel Geld Leute zum Mars schicken, dass sie die Gesundheitsversorgung aufgeben müssen oder so. Das werden sie nicht tun. Es muss so sein, dass die Reise zum Mars nicht zu einem bedeutenden Rückgang des Lebensstandards führt. Wenn es also nur ein Viertelprozent oder ein halbes Prozent des Bruttoinlandsprodukts ist – dann ist so etwas vertretbar. Wie auch immer, ich dachte, okay, diese Mission wird vielleicht doch nicht den Unterschied machen, denn was wirklich zählt, ist einen Weg zu haben. Ich hatte mich geirrt; ich dachte, es gäbe nicht genug Willen, aber es gab tatsächlich genug Willen, sobald die Menschen sahen, dass es einen Weg gibt.

Mir wurde klar, dass ich an der Art und Weise arbeiten musste. Wie schwer ist es tatsächlich, eine Rakete zu bauen? Historisch gesehen waren alle Raketen teuer, also werden auch in Zukunft alle Raketen teuer sein. Aber eigentlich ist das nicht wahr. Woraus besteht eine Rakete? Sie besteht aus Aluminium, Titan, Kupfer, Kohlefaser, wenn man in diese Richtung gehen will. Und man kann die Rohmaterialkosten all dieser Komponenten aufschlüsseln. Wenn man sie auf dem Boden gestapelt hat und einen Zauberstab schwingen könnte, so dass die Kosten für die Neuanordnung der Atome gleich Null wären, was wären dann die Kosten der Rakete.

Und ich dachte mir, wow, das ist wirklich wenig. Das sind 2% von dem, was eine Rakete kostet. Es liegt also eindeutig daran, wie die Atome angeordnet werden. Man muss herausfinden, wie man die Atome viel effizienter in die richtige Form bringen kann. An diversen Samstagen traf ich dann ein paar Leute, von denen einige noch bei den großen Raumfahrtunternehmen arbeiteten, nur um herauszufinden, ob es hier einen Haken gibt, den ich übersehen habe. Ich konnte keinen finden. Es schien keinen Haken zu geben. Also habe ich SpaceX gegründet. (24:16)

Sal Khan: Und am Ende habt Ihr… Ihr hattet einige Misserfolge, aber offensichtlich auch einige große Erfolge. Wie hoch waren die Kosten für diese Rakete im Vergleich zu den Kosten für die zuvor gebauten?

Elon Musk: Lass mal sehen. Die Falcon 1 war die erste Rakete, die wir gebaut haben, und die ersten drei Flüge mit ihr waren nicht erfolgreich. Wir kamen zwar immer weiter, aber die erste Rakete landete ein paar hundert Meter vom Startplatz entfernt und (in) winzigen Stücken. Wie dem auch sei, diese Rakete kostete am Ende etwa 6 Millionen Dollar, verglichen mit (25:00) anderen Raketen dieser Klasse, die bis zu 25 Millionen Dollar kosteten.

Sal Khan: Wow. So bedeutend?

Elon Musk: Ja, etwa ein Viertel. Aber noch besser ist es, Raketen wiederverwendbar zu machen. Im Moment ist das ungefähr unser Vergleichspreis… die überholten ICBMs nicht berücksichtigt. Wenn also eine Rakete von Grund auf neu gebaut wird, wieviel kostet dann die SpaceX-Rakete im Vergleich zu einer Rakete von Boeing oder Lockheed? Ungefähr ein Viertel des Preises. Wenn wir sie jedoch wiederverwendbar machen, dann kann sie um zwei Größenordnungen billiger sein.

Sal Khan: Um zwei Größenordnungen billiger? Ein Hundertstel des Preises?

Elon Musk: Richtig. – Für Dich.

Sal Khan: Nur heute. Memorial Day Sale.

Ich habe einige gesehen… Sie machen diese vertikalen Landungen, buchstäblich wie aus einem dieser 1950er Sci-Fi-Filme. Und das ist es, wovon Du sprichst?

Elon Musk: Ja. Im Wesentlichen muss die Rakete zurückkommen und am Startplatz landen, dann Treibstoff nachtanken und wieder abheben, wie ein Flugzeug in seiner Wiederverwendbarkeit.

Sal Khan: Wie weit, glaubst Du, sind wir davon entfernt? Wann… – Du weißt schon, Deine beste Einschätzung – wann werden wir das tatsächlich erleben?

Elon Musk: Nun, ich bin zuversichtlich, dass wir es nächstes Jahr schaffen können.

Sal Khan: Oh, okay. Ja. Wir haben auch einige ehrgeizige Sachen bei der Khan Academy im nächsten Jahr vor. Wir können also vergleichen. Wir gestalten unseren Internet-Auftritt neu.

Elon Musk: Genau. Wir arbeiten schon seit langer Zeit daran. SpaceX gibt es nun seit 11 Jahren, und bis jetzt haben wir noch keine Raketen geborgen. Wir haben die Raumkapsel aus der Umlaufbahn geborgen. Das war also großartig. Aber keiner unserer Versuche, die Raketenstufen zu bergen, war bisher erfolgreich.

Die Raketenstufen sind im Grunde immer beim Wiedereintritt explodiert. Wir glauben jetzt, die Ursache dafür gefunden zu haben. Es ist eine knifflige Sache, weil die Schwerkraft der Erde wirklich ziemlich stark ist. Mit einer fortschrittlichen Rakete kann man typischerweise vielleicht 2 bis 3 % der Startmasse in die Umlaufbahn bringen. Für die Wiederverwendbarkeit muss man allerdings 2 bis 3 % abziehen. Dann bringt man so gut wie nichts in die Umlaufbahn oder weniger als nichts. Das ist natürlich nicht hilfreich.

Der Trick ist, die zwei bis drei Prozent in einer Einwegkonfiguration zu erhöhen, also die Effizienz der Raketenmasse, des Triebwerks und so weiter so weit zu verbessern, um auf etwa 3,5 % bis 4 % in der Einwegkonfiguration zu kommen. Und dann zu versuchen, die Elemente der Wiederverwendbarkeit so zu gestalten, dass sie auf etwa 1,5 bis 2 % sinken. So hat man also eine Nettonutzlast in der Umlaufbahn von etwa 2 %.

Sal Khan: Aber Du machst es um ein, zwei Größenordnungen billiger.

Elon Musk: Ja. Auf jeden Fall, denn unsere Falcon 9-Rakete hat etwa 60 Millionen Dollar gekostet. Aber die Kosten für den Treibstoff, der größtenteils aus Sauerstoff besteht – zwei Drittel Sauerstoff, ein Drittel Treibstoff – betragen nur etwa 200.000 Dollar. Es ähnelt einer 747. Es kostet ungefähr so viel, unsere Rakete aufzutanken, wie eine 747.

Sal Khan: Angenommen, Ihr seid erfolgreich – und Ihr habt in der Vergangenheit bewiesen, dass Ihr bei diesen kühnen Dingen erfolgreich seid –  was passiert dann? Ich meine, das scheint so… was passiert in den nächsten fünf, zehn Jahren in der Raumfahrtindustrie, wenn Ihr das schafft? Kommen wir dann zum Mars? Fängt dann eine Art der Kommerzialisierung des Weltraums an?

Elon Musk: Schauen wir mal. Nun, der erste Schritt ist, dass wir genug Geld verdienen müssen, um das Unternehmen am Leben zu halten. Also müssen wir sicherstellen, dass wir Satelliten starten – kommerzielle Satelliten wie Rundfunksatelliten, Kartierungssatelliten und Regierungssatelliten, die wissenschaftliche Missionen durchführen. Des Weiteren erdgebundene oder weltraumgestützte Missionen. Und GPS-Satelliten. So etwas in der Art. Außerdem die Belieferung der Raumstation, der Transport von Fracht zur und von der Raumstation, was wir schon ein paar Mal gemacht haben. Und dann werden wir auch Menschen zur und von der Raumstation bringen.

Wir werden also den Bedarf an Satelliten für die Erde bedienen, und das zahlt die Rechnungen. Aber dabei müssen wir die Technologie so weit verbessern, dass eine vollständige Wiederverwendbarkeit möglich ist und unsere Kapazität und Erfahrung groß genug ist, um Menschen zum Mars zu bringen.

Sal Khan: Wow. Du glaubst also, dass dies verwirklicht werden kann? Wann, schätzt Du, werden wir den Mars betreten?

Elon Musk: Wahrscheinlich in etwa 12 Jahren.

Sal Khan: Wird es das als Hin- und Rückflugticket geben? Oder wird es nur eine Art permanente Kolonie auf dem Mars sein?

Elon Musk: Hin- und Rückflug ist wahrscheinlich. (30:00) Es ist nicht sicher, aber wir streben das an.

Sal Khan: Das ist umwerfend. Und dann zu Tesla. Ich meine, Tesla ist offensichtlich, aus meiner Sicht, ein riesiger Erfolg. Das ist etwas, das GM und Toyota und diese riesigen Multi-Milliarden-Dollar-Organisationen versucht haben. Was gab Dir die Zuversicht, darauf zu setzen? Und jetzt, da es ein riesiger Erfolg zu sein scheint, was denkst Du, wo diese Industrie in den nächsten 5, 10 Jahren sein wird?

Elon Musk: Mit Tesla wollen wir versuchen, das Aufkommen des nachhaltigen Verkehrs zu beschleunigen. Es würde sowieso passieren, einfach aus der Notwendigkeit heraus. Aber weil wir eine nicht eingepreiste Externalität in den Kosten für Benzin haben… – Wir haben die Umweltauswirkungen von CO2 in den Ozeanen und der Atmosphäre nicht eingepreist. Das führt dazu, dass die normalen Marktkräfte nicht richtig funktionieren.

Das Ziel von Tesla ist es also, als Katalysator zu fungieren, um diese Art von normalen Kräften zu beschleunigen. Die normale Art der Marktreaktion, die auftreten würde. Wir versuchen, einen katalytischen Effekt darauf zu haben. Und versuchen, dass es vielleicht zehn Jahre früher passiert, als es sonst der Fall wäre. Das ist das Ziel von Tesla. Das ist also der Grund, warum wir Elektroautos herstellen und nicht irgendeine andere Art von Auto. Und wir liefern auch Antriebsstränge an Toyota und an Mercedes und in der Zukunft vielleicht an andere Autofirmen, um deren Produktion von Elektrofahrzeugen zu beschleunigen. Das ist also das Ziel. Und bis jetzt klappt das auch ganz gut.

Sal Khan: Ich meine, ich habe heute erst einen Nachrichtenbericht gesehen, dass Tesla mehr Model S verkauft hat als… Ihr seid führend in diesem Segment der Branche – die Mercedes S-Klasse, die BMW 7er-Serie oder der Lexus LS400, oder was auch immer es ist.

Elon Musk: Ja, das scheint tatsächlich der Fall zu sein. Mir war nicht klar, dass sie so wenige Autos in diesem Segment verkaufen. Weil wir nicht so viele Autos verkaufen. Wir verkaufen 5.000 pro Quartal, 12.000…

Sal Khan: Nun, in unserer Gegend scheinen sie jedenfalls…

Elon Musk: Nun, das ist die Heimat der Firma. Wir sollten hier in der Bay Area besser eine Menge verkaufen, denn sonst…

Sal Khan: Wie hast Du angefangen? Was gab Dir das Vertrauen? Und siehst Du Dich in fünf, zehn Jahren als eine Art große Automobil-Mainstream-Marke, die mit den Honda Accords und Civics konkurriert?

Elon Musk: Unser Ziel ist es nicht, eine große Marke zu werden oder mit Honda Civics zu konkurrieren, sondern die Sache mit den Elektrofahrzeugen voranzutreiben. Wir werden einfach mehr und mehr Elektroautos herstellen und den Preis senken, bis die Elektromobilität fest in der Industrie verankert ist. Bis vielleicht die Hälfte aller produzierten Autos elektrisch ist oder etwas in der Art; was nicht bedeutet, dass wir erwarten, die Hälfte aller Autos zu produzieren. Wir wollen nur diesen katalytischen Effekt erzeugen, bis zumindest das eintritt. Wenn wir uns dem Punkt nähern, dass die Hälfte aller neu hergestellten Autos elektrisch sind, dann würde ich das als Sieg betrachten. Je schneller wir diesen Tag herbeiführen können, desto besser.

Sal Khan: Wann wäre das Deiner Meinung nach der Fall?

Elon Musk: Nun, ich habe vor etwa drei Jahren mit jemandem gewettet, dass es früher als in 20 Jahren sein würde. Also ist es in 17 Jahren so weit. Aber das ist konservativ. Ich denke, in vielleicht 13 oder 14 Jahren.

Sal Khan: Wow. Genau dann, wenn wir zum Mars fliegen.

Elon Musk: Richtig.

Sal Khan: Das werden spannende Zeiten.

Elon Musk: Stimmt. Ganz genau. Ich habe erst kürzlich darüber nachgedacht. Mir ist aufgefallen, dass die Zeitrahmen übereinstimmen. Die Einführung neuer Technologien neigt dazu, einer S-Kurve zu folgen. Normalerweise wird sie am Anfang unterschätzt, weil viele die Entwicklung linear darstellen. Und dann überschätzt man sie in der Mitte, weil es Nachzügler gibt. Dann dauert es tatsächlich länger, als die Leute in der Mitte angenommen haben, aber viel kürzer, als die Leute am Anfang denken. Aber ich bin ziemlich begeistert, wie sich die Dinge entwickeln. Und ich glaube, dass die technologische Entwicklung im Bereich der elektrischen Energiespeicherung wirklich schneller voranschreitet, als viele für möglich halten.

Sal Khan: Wow. Ich habe noch eine… (fragt Ester) Wie liegen wir in der Zeit? (35:00) Wo ist Ester? Oh, neun Uhr. Also, wie viel Zeit hast du noch? Ich will sichergehen, dass wir nicht überziehen.

Elon Musk: Nun, ich schätze, vielleicht noch 15 Minuten.

Sal Khan: Okay. Ich schließe mit einer letzten Frage, und dann können die Zuschauer Fragen stellen. Welchen Rat hast Du für uns von der Khan Academy?

Elon Musk: Ich weiß es nicht. Ihr scheint euch wirklich gut zu machen. Ich habe mich gefragt, ob Ihr einen Rat für mich habt.

Sal Khan: Oh, nein, also.

Elon Musk: Ja. Es scheint, als ob Ihr einen erstaunlichen Job macht… Ihr habt wirklich einen großen Einfluss. Ihr seid ganz offensichtlich nur ein kleines Team und habt einen dramatischen Effekt auf…

Sal Khan: Ja, die Hälfte der Leute hier arbeitet nicht mal bei der Khan Academy. Sie sind einfach gekommen.

Elon Musk: Es ist sehr beeindruckend, was Ihr tut, um Wissen und Verständnis in der Welt zu verbreiten.

Sal Khan: Im Universum bald, wenn Du Deinen Teil der Abmachung einhältst.

Elon Musk: Es ist eigentlich ziemlich lustig. Ich meine, was ist Bildung? Im Grunde lädt man Daten und Algorithmen in sein Gehirn herunter. Und das funktioniert erstaunlich schlecht in der konventionellen Bildung. Das sollte nicht so schwierig sein. Du machst es viel, viel besser. Aber ich denke, viele Dinge, die ich sagen würde, hast Du wahrscheinlich schon 100-mal gehört. Und falls Ihr das nicht eh schon tut: Je mehr man den Prozess des Lernens spielerisch gestalten kann, desto besser. Meine Kinder muss ich nicht ermutigen, Videospiele zu spielen. Ich muss sie ihnen quasi aus den Händen reißen, wie Crack; sie sozusagen auffordern, die Crack-Nadel aus der Hand zu legen.

Sal Khan: Du hast das Problem also auch bei dir zu Hause. Crack macht süchtig.

Elon Musk: In dem Maße, in dem man das Lernen irgendwie wie ein Spiel gestalten kann, ist es besser. Leider ist ein Großteil der Ausbildung sehr altbacken. Da oben steht jemand und hält den Leuten eine Art Vortrag. Und dieser jemand hat die gleiche Vorlesung 20 Jahre hintereinander gehalten und ist nicht mehr sehr begeistert davon. Dieser Mangel an Begeisterung überträgt sich auf die Schüler. Sie sind auch nicht sehr begeistert davon. Sie wissen nicht, warum sie dort sind. „Warum lernen wir dieses Zeug? Wir wissen nicht einmal, warum.“ In der Tat denke ich, dass vieles, was gelernt wird, keinen Sinn hat. Weil sie es in der Zukunft nie benutzen werden.

Sal Khan: Denn wer wird schon eine Rakete ins All starten? Ich meine, das ist einfach wie… genau, das passiert nie.

Elon Musk: Nun, niemand hinterfragt, warum etwas beigebracht wird. Wir sollten den Schülern sagen können, warum wir diese Dinge lehren. Denn eine Menge Kinder sind gerade in der Schule und wahrscheinlich verwirrt, warum sie dort sind. Ich denke, wenn man das Warum von Dingen erklären kann, dann macht das einen großen Unterschied für die Motivation. Dann versteht man den Zweck. Das ist ziemlich wichtig.

Und es einfach unterhaltsam machen. Generell sollte die konventionelle Bildung massiv überarbeitet werden. Ich bin mir sicher, dass Du mir zustimmst. Manchmal benutze ich den neuesten Batman-Film von Chris Nolan als Analogie. Dieser Film ist richtig gut. Man hat unglaubliche Spezialeffekte, ein großartiges Drehbuch, mehrere Takes, tolle Schauspieler und einen großartigen Sound, und er ist sehr fesselnd.

Aber wenn man stattdessen sagen würde, okay – selbst wenn man das gleiche Drehbuch hätte, also zumindest das gleiche Drehbuch – und man würde sagen, okay, wir verfilmen das nicht, sondern lassen es von der örtlichen Stadttruppe aufführen. Und so müsste man in jeder Kleinstadt in Amerika, die kein Kino hätte, „The Dark Knight“ nachspielen – mit selbstgenähten Kostümen und auf der Bühne herumhüpfen. Und die Teilnehmer würden vielleicht ihren Text nicht richtig hinbekommen. Und sie würden nicht wie die Leute im Film aussehen. Und es gäbe keine Spezialeffekte. Das wäre doch ätzend. Es wäre schrecklich.

Sal Khan: Das ist richtig.

Elon Musk: Das ist Bildung.

Sal Khan: Damit… und ich entschuldige mich bei Ihnen allen, dass ich die ganze Zeit in Anspruch genommen habe, denn ich könnte natürlich stundenlang über dieses Thema reden. Aber wir haben Zeit, vielleicht 5 oder 10 Minuten, für eine Handvoll Fragen. Wenn keiner von Ihnen welche hat, habe ich noch etwa neun.

Sprecher A: Mir ist aufgefallen… Ich habe zwei Themen aus dem aufgegriffen, was Sie besprochen haben. Das eine waren die ziemlich kühnen Ziele. Und das andere war, dass Sie das Wort Profit in keinem Zusammenhang verwendet haben. Alles ist ausgerichtet auf Dinge wie die Wiederbelebung einer Industrie oder die Wiedereinführung von Weltraummissionen. Wie viel Ihres Erfolges führen Sie darauf zurück, dass Sie wirklich kühne Ziele haben, oder darauf, dass Sie sich nicht auf kurzfristige Ziele konzentrieren – auf Geld, das hereinkommt, oder, ich weiß nicht, auf Investoren?

Elon Musk: Leider (40:00) muss man sich bei der Gründung eines Unternehmens auf Kurzfristiges und Geld konzentrieren, das reinkommt, denn sonst stirbt das Unternehmen. Viele glauben, ein Unternehmen zu gründen wird Spaß machen. In Wirklichkeit macht es nicht so viel Spaß. Es gibt Phasen, in denen es Spaß macht. Und es gibt Phasen, in denen es einfach nur schrecklich ist.

Und besonders, wenn Sie der CEO des Unternehmens sind, beschäftigen Sie sich im Grunde mit dem Destillat aller schlimmsten Probleme im Unternehmen. Es macht keinen Sinn, seine Zeit mit Dingen zu verbringen, die gut laufen. Also verbringen Sie Ihre Zeit nur mit den Dingen, die schief laufen. Und es gibt Dinge, die schief laufen, um die sich andere Leute nicht kümmern können. Ihr Job ist also der Schlimmste. Sie haben einen Filter für die beschissensten Probleme in der Firma. Die bösartigsten und schmerzhaftesten Probleme. Ich denke, man muss sich also ziemlich getrieben fühlen, das zu tun. Und eine ziemlich hohe Schmerzgrenze haben.

Ein Freund von mir sagt, ein Unternehmen zu gründen bedeutet, in den Abgrund zu starren und Glas zu essen. Und da ist etwas Wahres dran. Der Teil mit dem Blick in den Abgrund ist, dass man ständig mit der Vernichtung des Unternehmens konfrontiert sein wird. Denn die meisten Start-Ups scheitern. Etwa 90%, vielleicht sogar 99% der Start-Ups scheitern. Das ist also der Teil, wo man in den Abgrund starrt. Man sagt sich ständig: „Okay, wenn ich das nicht richtig mache, wird die Firma sterben,“ was ziemlich stressig sein kann. Und dann der Teil mit dem Essen von Glas: Man muss an den Problemen arbeiten, die für das Unternehmen wichtig sind, und nicht an denen, an denen man selbst arbeiten möchte. Und so arbeitet man am Ende an Problemen, an denen man eigentlich nicht arbeiten möchte. Das ist der Teil, in dem man Glas isst. Und das geht eine lange Zeit so weiter.

Sprecher A: Wie behalten Sie also das große Ganze im Auge, wenn Sie ständig damit konfrontiert sind, dass Sie in einem Monat aus dem Geschäft sein könnten?

Elon Musk: Nun, nur ein sehr kleiner Prozentsatz der mentalen Energie richtet man auf das große Ganze. Man weiß, worauf man im Allgemeinen zusteuert, und der tatsächliche Weg ist eine Art Zick-Zack-Kurs in diese Richtung. Man versucht, nicht zu weit von dem Weg abzuweichen, auf dem man sein möchte, aber bis zu einem gewissen Grad wird man das müssen. Aber ich will das nicht schmälern… Ich denke, das Profitmotiv ist ein gutes, wenn die Regeln einer Branche richtig aufgestellt sind.

Es ist nichts grundsätzlich falsch an Profit. In der Tat bedeutet Profit nur, dass die Leute Ihnen mehr für das bezahlen, was Sie tun, als Sie für die Erstellung ausgegeben haben. Das ist gut. Wenn das nicht der Fall ist, dann sind Sie aus dem Geschäft. Und das zu Recht. Weil Sie nicht genug Wert hinzufügen. Nun gibt es natürlich Fälle, in denen Menschen schlechte Dinge tun, um Profit zu erzielen, aber das ist eigentlich ziemlich ungewöhnlich. Denn die Regeln sind größtenteils korrekt aufgestellt. Nicht vollständig korrekt, aber größtenteils.

Sal Khan: Ich glaube, wir haben noch Zeit für eine Frage. Joel.

Joel: Ja, ich habe eine wichtige.

Sal Khan: Okay, sehr gut. Ja, bitte.

Joel: Vor ein paar Monaten haben Sie Hyperloop angepriesen, und seitdem haben wir nichts mehr gehört. Also, zunächst einmal haben ein paar von uns Ingenieuren darüber gesprochen, und ich denke, wir haben ein paar Ideen, falls Sie Hilfe brauchen. Aber vielleicht könnten Sie uns ein bisschen mehr erzählen, wenn das möglich ist.

Elon Musk: Ich hatte etwas über die kalifornische Hochgeschwindigkeitsbahn gelesen, und das war ziemlich deprimierend. Denn die kalifornischen Steuerzahler werden für den Bau der weltweit teuersten Hochgeschwindigkeitsstrecke pro Meile aufkommen müssen – und der langsamsten. Das sind nicht die Superlative, die man sich wünscht. Außerdem sind wir in Kalifornien, wir machen Super-High-Tech-Zeug. Warum geben wir jetzt solch einen Betrag – die Schätzungen liegen bei 100 Milliarden Dollar – für etwas aus, das zwei Stunden braucht, um von LA nach San Francisco zu kommen? Ich kann in ein Flugzeug steigen und die Strecke in 45 Minuten schaffen. Das macht nicht viel Sinn. Gibt es nicht eine bessere Möglichkeit, das zu tun?

Also, was würden Sie sich idealerweise von einem Transportsystem wünschen? Sie würden etwas wollen, das im Vergleich zu bestehenden Transportmitteln schneller ist – sagen wir mal doppelt so schnell -, das nur halb so viel pro Ticket kostet, das nicht abstürzen kann, das immun ist gegen Wettereinflüsse und das… Sie wissen schon, das ganze Ding kann sich selbst mit Solarzellen oder ähnlichem versorgen. (45:00) Das wäre ziemlich…

Sal Khan: Das wäre toll, ja.

Elon Musk: … ein gutes Ergebnis. Und was würde das bewirken? Und was ist der schnellste Weg dahin, abgesehen von der Erfindung der Teleportation? Einige der Elemente dieser Lösung sind ziemlich offensichtlich, und einige von ihnen sind nicht so offensichtlich. Und dann die Details… der Teufel steckt im Detail, um so etwas tatsächlich zum Laufen zu bringen. Aber ich kam zu dem Schluss, dass es etwas gibt, das funktionieren könnte und praktisch wäre.

Sal Khan: Geht es hier um die Unterdruck-Röhren? Die Vakuumröhren? Wie die alte Bank…

Elon Musk: Es ist etwas in dieser Richtung.

Sal Khan: Aber Du hast Dich nicht mehr öffentlich dazu geäußert?

Elon Musk: Nein. Ich habe nur gesagt, dass ich mehr darüber sprechen würde, sobald Tesla profitabel ist. Aber wir haben noch keine Gewinnergebnisse veröffentlicht. Ich denke, ich werde wahrscheinlich nach der Veröffentlichung etwas dazu sagen. Und die Sache ist die, dass ich mit den Dingen, die ich bereits tue, ziemlich ausgelastet bin. Wenn ich also noch eine Sache hinzufüge, ist das nicht… es ist viel.

Sal Khan: Gitarre lernen. Du könntest noch alles Mögliche machen.

Elon Musk: Genau. Ich habe versucht, Geige zu spielen. Das ist, nebenbei bemerkt, schwer zu lernen.

Sal Khan: Ja. Raketen starten, Elektroautos, den Transport revolutionieren. Ja, das ist ganz einfach.

Elon Musk: Ich kann überhaupt nicht Geige spielen. Ganz furchtbar.

Wenn man über die Zukunft nachdenkt, will man eine Zukunft, die besser ist als die Vergangenheit, und wenn wir also so etwas wie den Hyperloop hätten, wäre das cool, denke ich. Man würde sich auf den Tag freuen, an dem das funktioniert. Und wenn es so etwas gäbe, selbst wenn es nur an einem Ort wäre – von L.A. nach San Francisco, oder von New York nach DC oder so – dann wäre es cool genug, um eine Touristenattraktion zu sein. Es wäre wie ein Fahrgeschäft oder so etwas.

Selbst wenn also einige der anfänglichen Annahmen nicht aufgingen, die Wirtschaftlichkeit nicht ganz so funktionierte, wie man es erwartete, wäre es cool genug, dass Leute anreisten, nur um auf diesem Ding zu fahren. Es wäre ziemlich cool. Wenn man eine neue Technologie entwickelt, sollte sie sich auch so anfühlen. Wenn man einer objektiven Person davon erzählen würde, würde sie sich auf den Tag freuen, an dem dieses Ding verfügbar wird? Es wäre ziemlich aufregend, so etwas zu verwirklichen.

Oder ein Flugzeug. Ich fand es zum Beispiel sehr enttäuschend, als die Concorde außer Betrieb genommen wurde und es keinen Überschalltransport mehr gab. Und natürlich hat die 787 einige Probleme gehabt. Aber die Sache ist die, dass die 787, selbst im besten Fall, nur eine etwas bessere Version der 777 ist. Und das ist nicht wirklich so aufregend.

Sal Khan: Also ist das etwas, woran Du arbeitest?

Elon Musk: Ich würde nicht sagen, dass ich daran arbeite.

Sal Khan: Und eines Tages in nicht allzu ferner Zukunft… – Oder gibt es da irgendwelche Pläne oder Berater oder so?

Sprecher aus dem Publikum: Sie haben in Russland angerufen.

Sal Khan: Du hast einige Anrufe nach Russland getätigt.

Elon Musk: Nein. Hin und wieder sickert der eine oder andere Gedanke durch. Ich denke nicht aktiv darüber nach. Aber dann wird es wieder irgendetwas geben, von dem ich denke, das würde es besser machen.

Sal Khan: Faszinierend. Nun, ich denke, ich spreche für alle. Das ist so ziemlich das großartigste Gespräch, das man im Laufe einer Stunde führen kann. Wir alle würden gerne stundenlang mit Dir plaudern, aber vielen Dank. Ich weiß, dass Du viel Freizeit hast, also war es wahrscheinlich keine große Sache für Dich, hierher zu kommen. Aber es war eine große Ehre. Und ich denke, es hat uns alle inspiriert, hinauszugehen und die Welt und das Universum zu verändern.

Elon Musk: Cool. In Ordnung.

Sal Khan: Ich danke Dir vielmals. (48:36)

Ein Kommentar zu „Khan Academys Interview mit Elon Musk 2013

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