Third Row Tesla Podcast – Elon Musks Story (Teil III)

Im dritten Teil (Minute 1:00:29 – 1:30:09) des Third Row Tesla Podcast Interviews mit Elon Musk erzählt Kimbal Musk, Elons Bruder, von der Zeit der ersten Unternehmensgründung. Es geht unter anderem um bornierte Geschäftsleute, mittelmäßiges Essen, ein kaputtes Auto und eine damals noch nicht dagewesene Technologie, die mit Zip2 entstand. Elon geht auf die zweite Unternehmensgründung ein und beschreibt, warum und wie X.com bzw. PayPal entstand und was seine Pläne für das Unternehmen waren, die aber nicht umgesetzt wurden. Zum YouTube Video, zum englischen Transkript und zu Teil II der deutschen Übersetzung gelangen Sie durch Klicken auf die Links.

(Kimbal Musk, Elons Bruder, betritt den Raum)

Omar: (1:00:29) Kimbal!

Kimbal: Hi, was macht Ihr denn da?

Sofiaan: Wir nehmen einen Podcast auf.

Kimbal: Okay, wie soll ich mitmachen?

Sofiaan: Nimm dir einen Stuhl.

Omar: Woran erinnerst Du Dich bei Zip2?

Kimbal: Das Internet fing an, eine riesige Sache zu werden. Ich meine, es war schon zuvor da, aber jetzt wurde es eine große Sache. Elon hatte damals im Silicon Valley gearbeitet. Und wenn ich mich recht erinnere, haben Elon und ich von einem Treffen gehört, bei dem einige der Gelbe-Seiten-Unternehmen darüber nachdachten, eine Art Online-Gelbe-Seiten zu erstellen, und…

Elon: Nein, (… 1:01:07)

Kimbal: Ich weiß es nicht – es ist schon lange her. Du hast mich angerufen und gesagt, Du glaubst, dass Du das besser machen könntest.

Omar: (zu Elon) Vielleicht hast Du das erfunden, um Kimbals Interesse zu wecken?

Elon: Wie hätte ich bei einem Treffen mit einem Gelbe Seiten Unternehmen dabei sein können?

Kimbal: Ich habe keine Ahnung. Das ist, woran ich mich erinnere. Oder was ist Deine Version davon?

Elon: Ich kenne nicht einmal…

Kimbal: Ich stimme Dir zu (… 1:01:33) Aber es war, glaube ich, im April 1995. Wir fingen gerade an, daran zu arbeiten. Die Idee, Kartierungen auf das Internet zu übertragen, war ziemlich einfach. Es gab ein paar andere Firmen, die das versuchten, aber keine davon mit der sehr coolen Technologie der so genannten ‚vektorbasierten Kartierung‘, die wir heute alle nutzen; wo die Karte tatsächlich lebendig ist, also nicht nur ein Bild.

Omar: Das war seiner Zeit sehr weit voraus.

Kimbal: Ich glaube, wir waren die Ersten. Ich weiß, es gab auch andere Leute, die Karten ins Internet gestellt haben. Aber ich glaube, wir waren die Ersten, die vektorbasierte Karten, also die Technologie, die heute im Internet verwendet wird, und Wegbeschreibungen von Tür zu Tür angeboten haben. Es war also cool. Ich erinnere mich, wie mein Bruder und ich auf seinem Server in unserem Büro auf „Starten“ drückten und es etwa 60 Sekunden dauerte, bis die erste Tür-zu-Tür Wegbeschreibung auf dem Bildschirm angezeigt wurde. Und selbst 60 Sekunden waren unglaublich. Ja, wir dachten uns: „Das ist einfach unglaublich! Eine Tür-zu-Tür Wegbeschreibung zu jedem Ort! Das ist einfach unglaublich.“ Und …

Elon: Damals erschien das wirklich beeindruckend.

Kimbal: Damals erschien das wirklich beeindruckend. Jetzt ist es völlig normal, aber zu der Zeit schien so etwas eigentlich unmöglich.

Kristen: So cool.

Kimbal: Das ist cool. Und mit Java hatte Elon eine interaktive Karte programmiert, was heute ja auch ganz normal ist. Aber die Möglichkeit, einfach ein Quadrat zu zeichnen und hinein- oder herauszuzoomen – das war eine noch nie dagewesene Technologie.

Elon: Ein Quadrat zu zeichnen…

Sprecher: Erinnerst Du Dich? Es war so, als ob man ein kleines rotes Quadrat auf die Java-Karte zeichnete.

Elon: Auf einem Browser war das ungewöhnlich.

Omar: Nun, Du hast geschummelt, wenn Du Java-Applets verwendet hast.

Elon: Das war, als Java Mist war, und es gibt kaum (…1:03:29)

Kimbal: Ja, das war wahrscheinlich das…

Elon: Das war 95.

Kimbal: Ich glaube, wir bekamen sogar eine Art Anerkennung für die damals fortschrittlichste Anwendung auf Java, das so lächerlich schwer zu nutzen war. Es war eine wirklich beschissene Technologie zu der Zeit, aber unsere Anwendung wurde damit erstellt.

Elon: Wenn man das Java-Applet herunterlud, konnten wir die Vektordaten übertragen, nicht nur eine Bitmap. Und das war zu einer Zeit, als noch jeder ein Modem hatte. Mit einem 20-Kilobit-Modem dauerte es manchmal ewig, ein Kartenbild herunterzuladen, wohingegen das Herunterladen der Vektordaten, die mit dem Java-Applet lokal gerendert wurden, relativ gesehen superschnell war. Das war das Tolle daran.

Omar: Ich meine, sogar Vektorkarten… – sogar Google Maps hat bis vor ein paar Jahren noch Rasterkarten verwendet. Das scheint seiner Zeit sehr voraus gewesen zu sein.

Kimbal: Ich glaube, wir beide waren die ersten Menschen, die Karten und Tür-zu-Tür Wegbeschreibungen im Internet gesehen haben, was ich ziemlich cool finde.

Kristen: Wann ist Garmin auf den Markt gekommen?

Kimbal: Nun, die waren nicht internetbasiert, richtig? Ich glaube sogar, dass Garmin zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ein Akteur war. Navteq war der einzige Anbieter – von dort haben wir die Daten bekommen. Sie hatten das für Hertz NeverLost entwickelt, das ein paar Jahre später auf den Markt kam. Ihr wisst schon, diese Dinger, die niemand in GPS-Systemen verwendet. Eine wirklich schlechte Technologie. Aber die eigentlichen Kartendaten waren großartig. Und so haben wir das auf das Internet übertragen. Damals waren wir 22 und 23 Jahre alt. Es hatte Navteq 300 Millionen Dollar gekostet, diese Daten zu erstellen, und sie gaben sie uns kostenlos, mit einem einfachen Vertrag, der besagte, dass wir mit ihnen teilen müssen, wenn wir jemals Geld damit verdienen. Und so kamen wir an die Daten.

Omar: Das ist unglaublich.

Kimbal: Ja, man sieht, es ist erstaunlich, was passiert, wenn man nett fragt. Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass diese Jungs so hart an der Technik arbeiteten, und niemand hatte je gesehen, was sie gemacht haben, weil es nicht im Internet verwendet wurde. Und es wurde auch nicht für Hertz verwendet. Sie freuten sich also, dass jemand die Daten nutzen würde und die Leute sehen könnten, woran sie gearbeitet haben.

Gali: Woher hattet Ihr die technischen Fähigkeiten, um das durchzuziehen? Ich meine, Ihr wart so jung, Ihr hattet keine Hilfe, und dann habt Ihr dieses hochmoderne Stück Technologie gebaut. Habt Ihr euch das selbst beigebracht? (… 1:05:57)

Kimbal: (zu Elon) Ich weiß nicht, in welchem Alter Du Deine erste Veröffentlichung…

Gali: …wie das Blastar-Spiel, richtig?

Kimbal: Als er 12 war.

Sofiaan: Hast Du damals noch andere coole Sachen geschrieben?

Elon: Ich habe eine Reihe von Spielen geschrieben. Und dann gelegentlich Software für Leute, die nach Software gefragt haben, Ihr wisst schon.

Kimbal: Du hast auch für eine Videospielfirma gearbeitet.

Elon: Ja. Unser (… 1:06:21) hieß…

Kimbal: …Rocket Sience (Raketenwissenschaft).

Omar: Übrigens, wir haben gestern eine SpaceX-Tour gemacht. Das war der Wahnsinn.

Sofiaan: Ich danke Dir dafür. Das war unglaublich. Ja, es war so gut.

Omar: Da drinnen ist es wie in Batmans Höhle.

Kimbal: Das ist richtig. Es ist wirklich faszinierend.

Sofiaan: Aber man bekommt auch eine Idee davon, was Tesla tut. Die Technologie ist so fortschrittlich, und es gibt einen Austausch von Informationen wie… Ich weiß, dass sie die Inconel-Sicherung von SpaceX verwenden, als sie die Leistung nicht richtig hinbekommen haben. Bei den Performance Modellen brannte die Sicherung immer wieder durch. Also, jetzt ist es fantastisch.

Kimbal: Ja, es ist ziemlich cool zu sehen, wie die SpaceX-Technologie auf Tesla angewendet wird. Ich glaube, es gibt einen gemeinsamen Mitarbeiter von SpaceX und Tesla, und das ist der Werkstoff… – ist es der Werkstoffingenieur?

Omar: Oder vielleicht Elon?

Kimbal: Zusätzlich zu Elon, denn es gibt einfach nicht so viele Menschen auf dem Planeten, die wissen, wie man so etwas macht.

Sofiaan: Hört sich an wie früher – hat da nur Elon programmiert?

Kimbal: Ich meine, ich habe ein bisschen HTML (… 1:07:21)

Omar: Programmierst Du immer noch, Elon?

Elon: Nicht in letzter Zeit. Aber wie Ihr wisst, hatten wir kein Geld und konnten also keine Mitarbeiter einstellen (…1:07:28). Also habe ich die Software geschrieben.

Kristen: Und du hast die ganze Nacht durchgearbeitet, richtig? Du hast einfach nie geschlafen.

Kimbal: Wir wohnten in einem kleinen Büro. Ich glaube, die Adresse war 470 Sherman Way in Palo Alto.

Maye: Es war ungefähr so groß wie dieser Raum hier.

Kimbal: Ja, es war wahrscheinlich etwa 4,5 Meter breit und 9 Meter lang, mit einem kleinen Schrank hinten drin. Und wir konnten uns keinen separaten Schlafplatz wie ein Haus oder eine Wohnung leisten. Also schliefen wir im Büro auf einer Schlafcouch. Wir zogen die Couch aus und schliefen abwechselnd darauf oder auf dem Boden. Da Elon viele Nächte kodierte, schlief ich normalerweise nachts auf der Couch. Er musste es nachts programmieren, weil der Server funktionieren musste, wenn das Internet live war. Und wir hatten zu der Zeit nur Daten für die Bay Area. Wir haben also nur dafür gesorgt, dass die Leute in der Bay Area es nutzen konnten.

Und dann hatten wir einen kleinen Mini-Kühlschrank mit einem Herd darauf, und wir kochten einfache Dinge, wie Nudeln mit Soße und solche Sachen. Das war total billig. Die Leute denken, es sei teuer, richtiges Essen zu essen. In Wirklichkeit ist es wirklich billig, etwas Gemüse, Nudeln und Bohnen zu kochen – es ist super billig. Und wir aßen bei „Jack in the Box“. Mir läuft immer noch ein bisschen der Schauer den Rücken runter, wenn ich daran denke. Ich habe dort seit 20 Jahren oder länger nicht mehr gegessen, vielleicht 22 Jahre, und ich kann wahrscheinlich immer noch die gesamte Speisekarte aufsagen.

Elon: Wir haben uns durch die Speisekarte gewühlt. Jack in the Box war nur ein paar Blocks entfernt.

Kimbal: Und war 24 Stunden lang geöffnet.

Elon: 24 Stunden geöffnet. Wenn man nach 22 Uhr in Palo Alto etwas zu essen bekommen wollte, war das sehr schwierig.

Sofiaan: Kannte man Euch bei Jack in the Box sehr gut?

Kimbal: Nun ja, nicht wirklich. Ich weiß noch, wie ich einmal einen Milchshake holte und schrecklich müde war. Es war etwa vier Uhr morgens, und ich brauchte einfach etwas Zucker für den Rest der Nacht. Und da war irgendetwas drin, und ich erinnere mich, dass ich es einfach weggeschnippt und so getan habe, als würde es nicht existieren, und meinen Milchshake einfach weiter getrunken habe. Ich war einfach nicht in der Stimmung, wieder zu Jack in the Box zurückzugehen, um über einen Milchshake zu streiten, aber ich wollte den Milchshake auch nicht nicht trinken.

Elon: Ich glaube, das Essen war wahrscheinlich so billig, weil ein paar Leute eine Lebensmittelvergiftung hatten…

Kimbal: Genau zu dieser Zeit gab es dort ein paar Fälle von Lebensmittelvergiftungen.

Elon: Ja. Es war einfach sehr billig, dort zu essen. Und ich dachte mir, dass sie nach den Lebensmittelvergiftungen wahrscheinlich etwas unternehmen würden – hoffentlich.

Kimbal: Dir gehen die Alternativen aus, denn nach der 17. ‚Chicken Fajita Pita‘ kannst du nicht mehr.

Elon: Die Teriyaki Bowl. Ich erinnere mich an die Teriyaki Bowl.

Kristen: War die gut?

Elon: Es war unterschiedlich, aber es war essbar.

Kimbal: Was meinst Du?

Elon: Die Teriyaki Bowl.

Kimbal: DieTeriyaki Bowl war nicht schlecht. Es gab auch eine Art gegrillten Käse in Sauerteig, der nicht schlecht war.

Omar: Das sind die guten alten Zeiten, nicht wahr?

Kimbal: Ich meine, es waren (…1:10:40) die guten Tage. Ich meine, wir haben einfach gehofft, dass die Leute uns im Land bleiben lassen würden. Wir haben uns nicht wirklich Gedanken übers Essen gemacht. Wir taten einfach alles, was wir konnten, um jemanden zu finden, der unser Unternehmen unterstützt. Ich kannte mich in der Welt des Risikokapitals nicht so gut aus. Wir machten eine Seed-Runde, eine Angel-Runde und taten unser Bestes, um mit jedem zu sprechen, den wir finden konnten.

Wir hatten einen sehr guten Freund dabei, Greg Curry, der inzwischen verstorben ist; er war etwa zehn Jahre älter als wir, glaube ich. Er war ein wunderbarer Mentor, der uns half und auch ein wenig Geld beisteuerte. Und dann hatte ich hauptsächlich daran gearbeitet, mit Leuten in Kontakt zu kommen. Ich glaube, unser erster Verkäufer, der für uns Anzeigen in den Gelben Seiten verkaufte, war ein Immobilienmakler, der eine andere Person kannte, die wiederum eine andere Person kannte, die uns dabei half, etwa 200.000 Dollar oder so zusammenzubringen. Aber wir haben die Finanzierungsrunde schließlich nicht abgeschlossen.

Elon: Wir haben einen Teil davon gemacht oder so.

Kimbal: Aber ich denke, als wir dann die Java-Karte hatten, die wirklich ziemlich beeindruckend war – ich meine, wenn man noch nie Google Maps oder Yahoo Maps gesehen hat, ist das wirklich beeindruckend. Wir konnten das bei einigen Risikokapitalgebern vorstellen. Und es ging von, nichts zu essen zu haben, kein Auto oder nur ein kaputtes Auto zu besitzen…

Elon: Das Rad war abgefallen.

Kimbal: Das Rad ist abgefallen, ja.

Omar: Was für ein Auto war das?

Sofiaan: Daran erinnere ich mich.

Kimbal: Ein alter 3er BMW, mit dem wir einen Roadtrip durch das Land gemacht hatten.

Kristen: War das der, den Du (…1:12:17)?

Elon: Ja, der, von dem meine Mutter ein paar Bilder hat.

Kimbal: Ich glaube, in Page Mill gibt es immer noch die Kerbe in der Straße…

Elon: Das Rad ist buchstäblich abgefallen…

Kimbal: Das Rad ist abgefallen, und der Typ fuhr einfach ohne das Rad zur Seite.

Elon: Im wahrsten Sinne des Wortes Mitten auf der Kreuzung. Es war auf jeden Fall Zeit für den Schrottplatz. Das ganze Auto ist auseinandergefallen. Wenn das Rad abfällt, es ist Zeit, zum Schrottplatz zu gehen.

Maye: Kimbal, in der Nacht, bevor du den Risikokapitalgeber getroffen hast, waren Du und ich (… 1:12:56) um zwei Uhr morgens.

Kimbal: Nein, das war viel später, weil wir den Deal schon hatten. Aber wir waren nicht – ich weiß nicht, ob Du es warst, aber ich war nicht legal in Amerika. Ich war also illegal dort.

Elon: Ich war legal dort. Aber ich sollte als Student arbeiten. Ich hatte ein Visum fürs Studium.

Kimbal: Du solltest eigentlich in Stanford promovieren, hattest Dich aber dagegen entschieden.

Elon: Ich durfte arbeiten, sozusagen unterstützend, was auch immer, Ihr wisst schon.

Kimbal: Ich habe versucht, ein Visum zu bekommen, aber es gibt einfach kein Visum, das man für ein Start-up bekommt.

Elon: Ja, leider hat uns auch niemand etwas bezahlt.

Kimbal: Und so bekamen wir schließlich… – Wir bekamen einen Deal von Mohr Davidow und dieser wirklich heißen, angesehenen Firma in DC. Und wir mussten ihnen die Nachricht überbringen, dass wir mit dem Bus fahren… „“Wir sind mit dem Bus hierhergekommen. Wir haben kein Auto und wir haben keine Wohnung. Und wir sind illegal.“

Elon: Nein, nein, Du warst illegal. Ich war legal, aber mein Visum wäre zwei Jahren später ausgelaufen.

Kimbal: Okay. Ich war definitiv illegal. Wir mussten das in Ordnung bringen. Und sie waren ganz großartig. Ich meine, die Frau des Hauptinvestors war aus Kanada. Sie kannten die ganze Herausforderung, die es bedeutet, ein Einwanderer zu sein. Und wir hatten kanadische Pässe. Sie finanzierten das Unternehmen und gaben uns etwas Geld, damit wir uns jeweils ein Auto kaufen konnten. Und sie gaben uns ein Gehalt, damit wir eine Wohnung mieten konnten, und ich bekam über die Firma ein Visum. Aber an dem Morgen, an dem wir uns bei den Partnern vorstellen sollten, fuhr ich nach Toronto, weil meine Mutter ausflippte, weil ihr Computer repariert werden musste.

Elon: Was, wirklich?

Kimbal: Ernsthaft. Das war brutal. Ich bin also dorthin geflogen und wollte am Sonntag zurückfliegen, und das Treffen war am Montag. Als ich am Sonntag zum Flughafen kam, wurde ich von der Grenzkontrolle herausgerufen. Sie sagten: „Du fliegst zur Arbeit, Du fliegst nicht zum Reisen.“ Ich sagte: „Nein, nein, ich fahre nicht zur Arbeit.“ Ich erklärte… nein, das tat ich nicht. Ich sagte: „Ich gehe nicht zur Arbeit“, denn ich glaube, das sollte ich sagen. Die Anwälte hatten mir erklärt, ich solle nichts sagen. Und so wiesen sie mich an der Grenze zurück, und ich sollte doch am nächsten Morgen die Präsentation mit Elon zusammen halten.

Ein Freund von mir holte mich am Flughafen ab und fuhr mich über die Grenze. Wir gingen zur Grenze nach Buffalo und sagten einfach, wir gehen uns die David Letterman Show ansehen. Und der Grenzbeamte winkte uns durch. Ich nahm den Nachtflug von Buffalo nach San Francisco, und wir trafen uns am nächsten Morgen.

Elon: Also ja, technisch gesehen hast Du nicht gearbeitet, denn dafür hättest Du ja etwas bezahlt bekommen müssen.

Kimbal: Ja, ich wurde eigentlich nicht bezahlt. Ja, technisch gesehen würden wir eigentlich… nein, du hast Recht.

Elon: Du hast also nicht wirklich gegen das Gesetz verstoßen.

Kimbal: Wir haben nicht gegen das Gesetz verstoßen, weil wir nicht bezahlt wurden. Eben. Ja, das hätte ich ihm bei der Grenzkontrolle sagen sollen. Wie auch immer, es war sehr frustrierend.

Elon: „Bedeutet ‚Arbeit‘, für etwas bezahlt zu werden?“

Kimbal: Ja. Genau. Genau so ist es. Wir wurden nicht bezahlt. Ganz genau. Aber ja, dann haben sie den Deal an jenem Montag genehmigt, und wir haben angefangen, Zip2 aufzubauen. Und es gab kein Geschäftsmodell für…

Elon: Es war eine Art… das Geschäftsmodell war ähnlich wie bei Yelp, aber es war zu einer Zeit, als die meisten Unternehmen nicht wussten, was das Internet ist. Und die meisten Leute hatten keine E-Mail-Adresse oder gingen online.

Kimbal: Wir haben ihnen erklärt, was eine Website ist. Das Internet war damals eine coole Sache, die Leute benutzten den Netscape-Browser. Und ich glaube, am Ende hatten wir 18.000 Unternehmen für unseren Service gewonnen, die für ihre Websites und alles andere bezahlten. Viele der Dinge, die man heute tun kann, wie die automatische Erstellung von Websites – wir haben viele der Tools entwickelt, um die Erstellung von Websites zu erleichtern. Und wir mussten von Tür zu Tür verkaufen, weil das die einzige Möglichkeit war.

Kristen: HabtIhr Leute angeheuert, oder seid Ihr von Tür zu Tür gegangen?

Kimbal: Nein, nein, wir hatten zu der Zeit schon ein Team, weil wir ein Team einstellen konnten. Aber ich erinnere mich, dass ich einmal mit einem Typen von den Gelben Seiten gesprochen habe, und dieses Gespräch war einfach bemerkenswert. Er war der Chef des Toronto Star, dem alle Gelben Seiten gehörten…

Elon: „Die Gelben Seiten werden niemals sterben.“ Berühmte letzte Worte.

Kimbal: Buchstäblich. Denn wir sind zu ihm gegangen, um mit ihm über eine Partnerschaft zu sprechen. Wir sagten: „Wir wollen eine Partnerschaft mit Ihnen eingehen.“ Und „Lasst uns einfach einer eurer Partner sein, um die Gelben Seiten online zu stellen.“ Und er nahm die Gelben Seiten in die Hand, dieses Buch, dieses große, dicke Buch, das voller Anzeigen ist, diese milliardenschwere Einnahmequelle.

Elon: Ich meine, diese Typen waren so arrogant und so nach dem Motto „Wir sind die Könige der Welt“ und „Ihr werdet nie…“, und…

Kimbal: Er nahm dieses Buch in die Hand, warf es vor mir auf den Tisch und sagte: „Denkst Du, dass Du das jemals ersetzen wirst?“ Und ich saß da und dachte mir: „Alter, Du bist schon tot.“

Omar: Das erinnert mich an die Anti-Tesla-Leute. „Verbrenner werden nie sterben.”

Kimbal: Ich meine, wir sahen das Wachstum des Internets, wir sahen die Nutzung der Gelben Seiten. Wir sahen sogar noch mehr Wettbewerber und so weiter. Und niemand benutzte mehr die Gelben Seiten auf Papier, wenn man die Wahl hatte. Keiner. Zu diesem Zeitpunkt waren nur sehr wenige Leute im Internet, also war es wirklich eine Frage, ob das Internet Erfolg haben würde, woran wir fest glaubten, diese Leute aber nicht. Sie haben es nicht einmal in Betracht gezogen.

Elon: Es gab ein Unternehmen nach dem anderen, dem wir sagten: „Hören Sie, lassen Sie uns Ihre Gelben Seiten online stellen, so dass es nur sehr wenig kostet, Sie wissen schon, Sie besitzen immer noch den gesamten Inhalt und alles.“ Und sie warfen uns einfach aus dem Büro. „Nein! Und wie könnt Ihr es wagen, das überhaupt vorzuschlagen?“ Und wir sagten: „Okay, dann bauen wir es einfach auf.“

Kimbal: Aber es war interessant, über die Jahre zu beobachten, wie z.B. bei PayPal die Konkurrenten nicht die Banken waren, obwohl das die Konkurrenten hätten sein sollen.

Elon: Nein, es gab Banken, die versucht haben, zu konkurrieren.

Kimbal: Aber war es nicht vor allem eBay, das irgendwie …

Elon: (…1:19:05) Point?

Kimbal: Ja.

Elon: Aber es war nicht genau wie PayPal. eBay hatte ein allgemeines Problem mit dem Zahlungsverkehr. Die Leute mussten sich gegenseitig Schecks schicken.

Gali: Ja, das funktioniert prächtig.

Elon: Man muss einen Scheck schicken, und wenn jemand den Scheck erhält, woher weiß man dann, dass der Scheck echt ist. Dann muss man den Scheck einlösen und es dauert zwei bis fünf Tage, bis das Geld überwiesen ist. Es konnte also zwei Wochen dauern, bis jemand die Zahlung bestätigt hatte, und dann erst wurde die Ware verschickt. Die Transaktionsgeschwindigkeit war also sehr gering. Mit einer sofortigen Zahlung erhöht sich die Transaktionsgeschwindigkeit dramatisch, vielleicht um das Drei- bis Fünffache.

Kimbal: Ich habe nur festgestellt, dass man die Hauptakteure im Blick hat, wenn eine Branche dramatische Veränderungen erfährt. Ich meine, als wir Tesla gründeten, wollten wir das GM des 21. Jahrhunderts werden. Vier Jahre später ging GM bankrott. Dann sagt man sich: „Okay, wir wollen doch nicht so wie Ihr sein.“ Wir wissen noch nicht, wer die Hauptkonkurrenten sein werden, aber vielleicht sind es nicht die etablierten Unternehmen. Es könnten auch andere Unternehmen sein.

Und so geschah es auch bei Zip2, wo wir unser Bestes taten, um mit der Industrie zusammenzuarbeiten, denn das schien uns der beste Weg zu sein, um Geld zu verdienen und tatsächlich ein Ertragsmodell zu haben. Und am Ende fanden wir heraus, dass die Zeitungen die besseren Partner waren, weil sie nicht das Gelbe-Seiten-Geschäft hatten. Und sie waren, glaube ich, schlauer; ihr Keinanzeigengeschäft wurde von Craigslist nach und nach übernommen. Vor Craigslist war das Kleinanzeigengeschäft das Brot und die Butter der Zeitungen. Und natürlich würde jeder, der Craigslist nutzte, niemals in den Zeitungen annoncieren.

Diese Leute schienen also, ihre Zukunft besser einzuschätzen – zumindest einige der Akteure. Und so wurden sie zu unserem Geschäft: die großen Zeitungen, von der New York Times bis zum Philadelphia Inquirer, der Chicago Tribune oder was auch immer, alle Großen in der Branche, alle… die LA Times, alle.

Und dann haben wir angefangen, das Gleiche international zu tun. Wenn man also auf der Website der New York Times nach einem Restaurant suchte, gab es dort natürlich all diese Bewertungen, oder wenn man nach einer Wohnung suchte, haben wir das MLS (Multiple Listing Service) mit Karten und Wegbeschreibungen verknüpft. All diese Dienste, die Karten und Tür-zu-Tür Wegbeschreibungen beinhalten und die wir heute nutzen und für selbstverständlich halten, haben wir in den 90er Jahren entwickelt, um ein Geschäftsmodell zu finden.

Viv: Warum hast Du PayPal nach Zip2 gegründet? Warum bist Du nicht direkt in die nachhaltige Energie eingestiegen?

Elon: Da muss ich etwas nachdenken – das ist schon eine ganze Weile her. Es muss so um ’98 gewesen sein, als Compaq anbot, Zip2 zu übernehmen. Ich denke, es war gut, dass Zip2 übernommen wurde, weil, wie ich bereits erwähnte, die Zeitungen oder eigentlich die Medienunternehmen zu viel Kontrolle über Zip2 hatten. Sie waren also nicht… wir hatten eine großartige Technologie, die nicht effektiv eingesetzt wurde. Und sie waren einfach generell gegen alles, was auch nur im Entferntesten mit ihren Zeitungen konkurrieren könnte. Wir waren also irgendwie in dieser Situation gefangen. Dann kam das Angebot von Compaq und sie kauften das Unternehmen Ende ’98, und das Geschäft wurde Anfang ’99 abgeschlossen. Das Ergebnis war also, dass ich etwas Kapital hatte – 20 Millionen Dollar oder so.

Ich glaube, das Frustrierende für mich war, dass wir eine unglaubliche Technologie entwickelt hatten und sie nicht genutzt wurde. Das war einfach sehr enttäuschend. Wir haben eine Menge Arbeit in diese Technologie gesteckt, und sie wurde einfach nicht genutzt. Also dachte ich mir: „Okay, lass mich noch eine Sache im Internet machen, um zu zeigen, dass wir eine Technologie entwickeln können, die, wenn sie richtig eingesetzt wird, extrem effektiv sein kann.“ Also habe ich darüber nachgedacht, was digital ist. Was existiert in Form von Informationen und hat auch keine hohe Bandbreite? Denn im Jahr ’99 hatten die meisten Leute noch Modems. Man konnte also nicht…- Videos waren ’99 nicht wirklich machbar.

Geld hat also eine geringe Bandbreite, und es ist in der Tat überwiegend digital. Die Frage ist also, was können wir tun, damit der Geldverkehr besser funktioniert? Meiner Ansicht nach ist Geld im Wesentlichen ein Informationssystem für die Arbeitsverteilung. Es hat an und für sich keine Macht. Es ist wie eine Datenbank, die den Menschen zeigt, was sie tun sollen. Man kann sich die Banken also als eine Reihe heterogener Datenbanken vorstellen, die aber nicht sehr sicher sind. Und das Geldsystem, das Transportsystem für Schecks war auf jeden Fall sehr unsicher und ist es immer noch, ebenso wie die Kreditkarten. Und das kommt immer noch und hauptsächlich durch eine schlechte Verarbeitung; es war eine ganz schlechte Verarbeitung, von der sie sagten, sie sei es nicht.

Zahlungen oder Geld waren also eine heterogene Sammlung von Datenbanken mit hoher Latenz und geringer Sicherheit. Das ist es, was Banken sind. Von einem informationstheoretischen Standpunkt aus betrachtet, könnte dies viel besser sein, wenn es in Echtzeit, sicher und sehr schnell ist. Im Grunde handelt es sich um eine einzige Echtzeit-Datenbank. Also versuchten wir, das aufzubauen. Das war also X.com. Und damals dachte ich auch, dass wir versuchen sollten, alle finanziellen Dinge mit einzubeziehen – nicht nur Zahlungen. Ich bin immer noch der Meinung, dass PayPal genau das hätte tun sollen, aber egal, das ist jetzt Schnee von gestern.

Es gab ein Unternehmen, das ungefähr zur gleichen Zeit gegründet wurde, namens Confinity, zu dem Peter Thiel und Max Levchin, Luke Nosek, David Sacks, Ken Howery und (… 1:25:55) gehörten. Bei X.com waren auch Jeremy Stoppelman, der Yelp gegründet hat, Roelof Botha, der dann Sequoia leitete und YouTube gründete. Das war X.com. Wir hatten also diese beiden Unternehmen mit großen Talenten – X.com und Confinity. Confinity begann mit PalmPilot-Verschlüsselungstechnik, als man noch über den Infrarotanschluss des PalmPilot kommunizieren konnte. Es ging also darum, Krypto-Token zwischen PalmPilots über die Infrarotschnittstelle zu übertragen und sie dann auf einem PC abzugleichen.

Natürlich hatten sie sich auch in Richtung Zahlungsverkehr entwickelt. Und wir waren beide in Palo Alto, wir waren buchstäblich einen Block voneinander entfernt. Ich glaube, irgendwann waren wir kurzzeitig sogar im selben Gebäude. Wir haben also wie die Verrückten miteinander konkurriert. Dann tranken wir einen Kaffee zusammen auf der University Avenue und überlegten uns, zusammenzuarbeiten anstatt uns gegenseitig das Leben schwer zu machen. Also fusionierten wir Confinity und X.com und sammelten im März 2000 innerhalb von drei Wochen 100 Millionen Dollar. Und im April ging der Markt in den freien Fall über.

Vincent: Daran erinnere ich mich.

Elon: Das war Wahnsinn. Wir ahnten das bereits. Also wollten wir die Sache besser schnell hinter uns bringen, oder beide Unternehmen wären gestorben. X.com war technisch gesehen der Erwerber von Confinity, allerlings mit Anteilen von 50,1 zu 49,9, oder so ähnlich. Und dann gab es eine Menge Drama – es gab so viel Drama bei X.com. Das Unternehmen hieß etwa ein Jahr lang X.com. Und dann änderten wir den Firmennamen in den Produktnamen. Das Produkt war PayPal. (… 1:28:22)

Omar: Wer hat sich den Namen PayPal ausgedacht?

Elon: Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht mehr.

Omar: Die Leute nennen Euch jetzt die „PayPal-Mafia„. Thiel hat das in seinem Buch geschrieben.

Elon: Ich weiß nicht, wer auf „PayPal“ gekommen ist. Ich war nie ein großer Fan von „PayPal“ als Name. Der Grund dafür ist, dass ich dachte, dass es für das Unternehmen Sinn macht, eine Art…

Omar: Weiter gefasst?

Elon: …viel breiter ausgelegt zu sein. Ja, genau. Ich meine, wenn man nicht in den Zahlungsverkehr einsteigt, dann wollen die Leute zwangsläufig Geld aus dem System heraus überweisen. Und sobald sie Geld aus dem System heraus überweisen, sinkt die Effizienz der Datenbank dramatisch, weil man sich jetzt in der traditionellen Bankenwelt befindet.

Wenn man also all die Dinge anbietet, die… – wenn man sich im Grunde mit all den Gründen befasst, warum die Leute Geld aus dem PayPal-System abheben, dann muss man ihnen Schecks zur Verfügung stellen, damit man eine Brücke zum alten Transaktionssystem hat, man muss sie mit einer Debitkarte ausstatten, ihnen die Möglichkeit geben, einen Kredit zu bekommen und solche Dinge. Aber das alles ist nur ein Hilfsmittel, um die Geschwindigkeit, Genauigkeit und Sicherheit von Zahlungen zu erhöhen. Dann wäre PayPal im Grunde der Ort, wo das gesamte Geld ist. Es würde das ganze Geld aus dem Bankensystem herausziehen, und die Banken würden verschwinden.

Vincent: Hattest Du einen Plan für X.com?

Elon: Ich hatte geschrieben… – wenn sie einfach den Geschäftsplan, den Produktplan, den ich im Juli 2000 geschrieben hatte, ausgeführt hätten, wäre das möglich gewesen. Ich habe mehrere Male mit ihnen gesprochen. Aber sie haben es nicht getan. (1:30:09)

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