Lex Fridmans ‘Artificial Intelligence’ Podcast (III) – Teil 5

In der letzten halben Stunde des Lex Fridman’s Artificial Intelligence Podcast #252 (2:00:32 – 2:31:17) geht es hauptsächlich um ein Meme-Review à la PewDiePie, d.h. Lex Fridman stellt Memes vor und Elon Musk bewertet sie, nachdem sie sich über die Inhalte unterhalten haben. Andere Themen sind ‚Rick und Morty‘ und depressive Roboter, was man tun sollte, um ein gutes Leben zu führen, Nullsummen-Denken und seine Folgen und natürlich die Liebe. Das englische Transkript finden Sie hier. Um zu den ersten vier Teilen des englischen Transkripts und den deutschen Übersetzungen zu gelangen, öffnen Sie bitte das Inhaltsverzeichnis („Index“) oben auf dieser Seite.

Lex Fridman: (2:00:32) Und nun zu etwas völlig anderem. Hättest Du etwas dagegen, eine Art Meme-Review im Geiste des großen, mächtigen PewDiePie zu machen? Sagen wir mal, von eins bis elf, einfach ein paar ausgedruckte Dokumente durchgehen?

Elon Musk: Wir können es versuchen.

Lex Fridman: Versuchen wir es mal so. Ich präsentiere Dir das Dokument numero uno.

Elon Musk: (lacht) Okay.

Lex Fridman: „Vlad der Pfähler entdeckt die Marshmallows.“

Elon Musk: Ja, das ist nicht schlecht.

Lex Fridman: Du hast es also verstanden – weil er gerne Dinge aufspießt?

Elon Musk: Ja, ich habe es verstanden. Ich weiß nicht, 3, oder so.

Lex Fridman: Oh, das ist nicht sehr gut.

Die Grundlage dafür ist ein wenig Technik. Etwas Geschichte.

Elon Musk: Ja, ich gebe dem 8 von 10 Punkten.

Lex Fridman: Was hälst Du von der Kernenergie?

Elon Musk: Ich bin für Kernenergie. An einem Ort, der nicht von extremen Naturkatastrophen heimgesucht wird, ist die Kernenergie meiner Meinung nach eine großartige Möglichkeit zur Stromerzeugung. Ich denke nicht, dass wir Kernkraftwerke abschalten sollten.

Lex Fridman: Ja, aber was ist mit Tschernobyl?

Elon Musk: Ganz genau. Ich glaube, es herrscht große Angst vor Strahlung und so. Und ich schätze, viele Leute haben einfach nicht… sie haben nicht Ingenieurwesen oder Physik studiert. Allein das Wort „Strahlung“ klingt für sie beängstigend. Sie können nicht einschätzen, was Strahlung bedeutet. Aber Strahlung ist viel weniger gefährlich, als man denkt. Zum Beispiel Fukushima – als das Fukushima-Problem aufgrund des Tsunamis auftrat, fragten mich Leute in Kalifornien, ob sie sich wegen der Strahlung aus Fukushima Sorgen machen müssten. Und ich antwortete: „Auf keinen Fall. Nicht einmal ein bisschen, überhaupt nicht. Das ist verrückt.“ Nur um zu zeigen, dass die Gefahr im Vergleich zu dem, was sie wirklich ist, so sehr übertrieben wird, bin ich nach Fukushima geflogen. Ich hatte eine Solaranlage für eine Wasseraufbereitungsanlage gespendet und habe zu der Gelegenheit öfffentlich im Fernsehen in Fukushima dort angebautes Gemüse gegessen. Wie man sieht, lebe ich noch.

Lex Fridman: (2:03:31) Es ist also nicht so, dass das Risiko eines solchen Ereignisses gering ist, aber die Auswirkungen sind…

Elon Musk: Die Auswirkungen sind stark übertrieben.

Lex Fridman: Das liegt in der menschlichen Natur.

Elon Musk: Die Leute wissen nicht, was Strahlung ist. Ich wurde schon gefragt: „Was ist mit der Strahlung von Handys, die Hirnkrebs verursacht?“ Ich frage dann: „Wenn Du Strahlung sagst, meinst Du dann Photonen oder Partikel?“ und bekomme normalerweise die Antwort: „Ich weiß nicht. Was meinst Du mit Photonen oder Partikel?“ „Sagen wir mal, Photonen – von welcher Frequenz oder Wellenlänge sprichst Du?“ Und sie sagen: „Ich habe keine Ahnung.“ „Weißt Du, dass alles ständig strahlt?“ Sie fragen: „Was meinst Du damit?“ „Alles strahlt die ganze Zeit.“ Photonen werden im Grunde genommen von allen Objekten die ganze Zeit über ausgestrahlt. Und wenn Du wissen willst, was es bedeutet, vor einem nuklearen Feuer zu stehen, geh nach draußen. Die Sonne ist ein gigantischer thermonuklearer Reaktor, auf den Du gerade starrst. Lebst Du noch? Ja? Okay, erstaunlich.

Lex Fridman: (2:04:32) Ja, ich denke, Strahlung ist eines der Wörter, die von bestimmten Leuten als Mittel zur Angstmacherei verwendet werden können. Das war’s.

Elon Musk: Ich glaube, die Leute verstehen es einfach nicht.

Lex Fridman: Ich meine, der Weg, diese Angst zu bekämpfen, ist wohl, es zu verstehen, zu lernen.

Elon Musk: Ja, sag einfach: „Okay, wie viele Menschen sind tatsächlich bei Atomunfällen gestorben?“ So gut wie keine. Aber wie viele Menschen sind durch Kohlekraftwerke gestorben? Das ist eine sehr große Zahl. Daher sollten wir auf keinen Fall weitere Kohlekraftwerke in Betrieb nehmen und die Atomkraftwerke abschalten. Das macht einfach überhaupt keinen Sinn. Kohlekraftwerke sind, ich weiß nicht, 100 bis 1000 Mal schädlicher für die Gesundheit als Kernkraftwerke.

Lex Fridman: Willst Du Dir das nächste anschauen? Es ist wirklich schlimm. Also, diese „90, 180, und 360 Grad, jeder liebt die Mathematik. Niemand schert sich um 270“.

Elon Musk: Das ist nicht besonders lustig. Ich weiß nicht, so zwei oder drei Punkte. Das ist nicht witzig.

(bezieht sich auf das nächste Meme) Das ist ziemlich gut.

Lex Fridman: Die Vereinigten Staaten schwanken zwischen dem Aufbau und der Zerstörung von Diktaturen wie ein Metronom. Ist das ein Metronom?

Elon Musk: Ja, Metronom. Ich würde 7 von 10 vorschlagen. Es ist irgendwie wahr.

Lex Fridman: (2:05:54) Oh, ja. Das nächste spricht mich irgendwie persönlich an.

Elon Musk: Oh, Mann, ist das Laika?

Lex Fridman: Ja, nun, nein, das ist…

Elon Musk: Oder ist das eine Anspielung auf Laika oder so?

Lex Fridman: Es ist der Ehemann von Laika. „Hallo. Ja, hier ist Hund.“ „Ihre Frau wurde ins All geschossen.“ Und auf dem letzten Bild ist er mit geschlossenen Augen und einer Flasche Wodka zu sehen.

Elon Musk: Ja, Laika ist nicht zurückgekommen.

Lex Fridman: Nein. Sie erzählen einem nicht die ganze Geschichte, was das für Auswirkungen auf die Angehörigen hatte.

Elon Musk: Richtig.

Lex Fridman: Das bekommt von mir eine 11.

Elon Musk: Sicher. Das ist ein sehr gutes Meme.

Lex Fridman: Es geht weiter mit dem russischen Thema. Der erste Mensch im Weltraum. Niemand interessiert sich dafür. Der erste Mensch auf dem Mond.

Elon Musk: Nun, ich denke, die Leute interessiert es. Ich gehe davon aus, dass Juri Gagarins Name für immer in die Geschichte eingehen wird.

Lex Fridman: (2:06:45) Es ist etwas Besonderes, einen Fuß in ein völlig fremdes Land zu setzen. Es ist nicht die Reise, wie bei Menschen, die die Ozeane erforschen. Es ist nicht so wichtig, die Ozeane zu erforschen, wie auf einem ganz neuen Kontinent zu landen.

Hier geht es um Dich. Ich würde gerne Deinen Kommentar dazu hören. „Elon Musk nach der Überweisung von 6,6 Milliarden Dollar an die UN zur Beendigung des Hungers in der Welt: Sie haben drei Stunden Zeit.“

Elon Musk: Ich meine, natürlich werden 6 Milliarden Dollar den Hunger in der Welt nicht beenden. Die Realität ist, dass die Welt derzeit viel mehr Nahrungsmittel produziert, als sie wirklich verbrauchen kann. Wir haben derzeit keine kalorischen Beschränkungen. Wenn es also Hunger gibt, ist er fast immer auf Bürgerkriege oder Unruhen oder… es liegt äußerst selten nur an einem Geldmangel. Normalerweise herrscht eine Art Bürgerkrieg in irgendeinem Land, und ein Teil des Landes versucht buchstäblich, den anderen Teil des Landes auszuhungern.

Lex Fridman: Es ist also viel komplexer als etwas, das man mit Geld lösen könnte. Es geht um Geopolitik. Es geht um eine Menge Dinge. Es ist die menschliche Natur, es sind Regierungen, es ist Geld, Geldsysteme, all diese Dinge.

Elon Musk: Ja, Lebensmittel sind extrem billig. Heutzutage ist in den USA bei einkommensschwachen Familien Fettleibigkeit das eigentliche Problem. Es ist nicht der Hunger, es sind zu viele Kalorien. Es ist ja nicht so, dass niemand irgendwo hungrig ist. Es ist nur so, dass man das Problem nicht einfach mit mehr Geld lösen kann.

Lex Fridman: (2:08:46) Deine Bewertung?

Elon Musk: 2.

Lex Fridman: Dieses hier nimmt Imperien aufs Korn. Welt: „Woher haben Sie diese Artefakte?“ Das Britische Museum: – das ist eine Anspielung auf Monty Python – „Wir haben sie gefunden.“

Elon Musk: Ja, das Britische Museum ist großartig. Ich meine, zugegeben, Großbritannien hat diese historischen Artefakte aus der ganzen Welt nach London gebracht. Aber es ist ja nicht so, dass die Leute sie nicht sehen könnten. Für einen großen Teil der Welt ist London also ein geeigneter Ort, um diese antiken Artefakte zu sehen. Ich denke also, dass das Britische Museum unterm Strich ein Gewinn ist. Ich bin sicher, dass viele Länder darüber streiten. Es geht darum, diese historischen Artefakte so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen. Und ich denke, das Britische Museum leistet dabei gute Arbeit.

Lex Fridman: (2:09:41) Selbst wenn es einen dunklen Aspekt in der Geschichte des Empires im Allgemeinen gibt, was auch immer das Empire ist, wie auch immer die Dinge gemacht wurden. Es ist die Geschichte, die passiert ist. Man kann diese Geschichte leider nicht einfach auslöschen. Man kann sich nur in der Zukunft bessern. Das ist der Punkt.

Elon Musk: Ja, ich meine, wie sollen wir diese Dinge moralisch beurteilen? Wenn man, sagen wir, das britische Empire beurteilen will, muss man beurteilen, was jeder zu der Zeit getan hat. Und wie waren die Briten im Vergleich zu allen anderen? Und ich denke, dass die Briten eigentlich eine relativ gute Note bekommen würden – eine relativ gute Note, keine absolute – aber im Vergleich zu dem, was alle anderen taten, waren sie nicht die schlechtesten. Wie ich schon sagte, muss man diese Dinge im Kontext der damaligen Geschichte betrachten und sagen: „Was waren die Alternativen, und womit vergleichen wir sie?“

Und ich glaube nicht, dass Großbritannien eine schlechte Note bekommen würde, wenn man die Geschichte zu dieser Zeit betrachtet. Wenn man die Geschichte nach dem beurteilt, was heute moralisch akzeptabel ist, wird man im Grunde jedem eine schlechte Note geben. Ich glaube nicht, dass irgendjemand eine gute Note für seine Moral bekommen würde. Wenn man z. B. 300 Jahre in die Vergangenheit zurückgeht – wer bekommt dann eine gute Note? Im Grunde genommen niemand.

Lex Fridman: Und wir werden von den Generationen nach uns vielleicht auch keine gute Note bekommen. Was bekommt dieses Meme?

Elon Musk: Eine 6 oder 7.

Lex Fridman: Der Monty Python Bonus wahrscheinlich.

Elon Musk: Ich habe Monty Python immer geliebt. Sie sind großartig. „Das Leben des Brian“ und die „Die Ritter der Kokosnuss“ sind unglaublich.

Verdammt, das sind aber heftige Augenbrauen.

Lex Fridman: (2:11:29) Breschnew. Wie wichtig ist Gesichtsbehaarung für eine große Führungspersönlichkeit? Du hast einen neuen Haarschnitt. Ist das… wie wirkt sich das auf Deine Führungsqualitäten aus?

Elon Musk: Ich weiß es nicht. Hoffentlich gar nicht. Es gibt niemanden, der mit Breschnew konkurrieren könnte. Das sind epische Augenbrauen.

(Elon & Lex lachen)

Lex Fridman: Das ist lachhaft.

Elon Musk: Ich gebe eine sechs oder sieben.

Lex Fridman: Mir gefällt das. Das ist wie eine Shakespeare-Analyse der Memes.

Elon Musk: Breschnew hatte auch ein Gespür für Dramatik, war ein Selbstdarsteller.

Lex Fridman: Ja. Das muss von den Augenbrauen kommen.

Na gut. Erfindung, tolle Technik. „Schau, was ich erfunden habe. Das ist das Beste seit abgerissenem Brot.“ Weil sie das aufgeschnittene Brot erfunden haben. Erkläre ich jetzt nur Memes? Das ist aus meinem Leben geworden.

Shivon Zilis: Er ist ein Meme-Lord, Du bist ein Meme-Erklärer.

Lex Fridman: Ich bin wie ein Schreiber, der mit den Königen herumläuft und einfach Memes aufschreibt.

Elon Musk: Ich meine, wann wurde der Cheeseburger erfunden? Das ist eine epische Erfindung. Wirklich wow.

Lex Fridman: (2:12:51) Versus einem einfachen Burger?

Elon Musk: Oder einen Burger. Ich schätze, ein Burger im Allgemeinen ist wie, Du weißt schon…

Lex Fridman: Dann gibt es noch die Frage: Was ist ein Burger? Was ist ein Sandwich? Und dann fängt man an, ein Pizzasandwich zu machen. Und was ist das Original? Das wird zu einem ontologischen Streit.

Elon Musk: Ja, aber jeder weiß, wenn man einen Burger oder einen Cheeseburger oder so ähnlich bestellt, und man bekommt Tomaten, Salat, Zwiebeln und Mayo, Ketchup und Senf, dann ist das etwas ganz Besonderes.

Lex Fridman: Ja, aber ich bin mir sicher, dass sie lange Zeit Brot und Fleisch getrennt gegessen haben, und es war eine Art Burger auf demselben Teller. Aber jemand, der beides zu einer Sache kombiniert, um hineinzubeißen und es gleichzeitig zu halten, macht es praktisch. Das ist ein Materialproblem. Man macht sich die Hände nicht schmutzig und so weiter. Ja, das ist genial.

Shivon Zilis: (nicht hörbar)

Lex Fridman: Das hätte ich nicht vermutet.

Elon Musk: Aber jeder weiß, was man bekommt, wenn man einen Cheeseburger bestellt. Man fragt sich nicht, was man wohl bekommen wird. Pommes sind meiner Meinung nach auch großartig. Ich meine, sie sind teuflisch. Aber sie sind fantastisch. Und ja, Pizza ist unglaublich.

Lex Fridman: Ich denke, wir wollen damit sagen, dass die Lebensmittelinnovation nicht genug Liebe bekommt. (lacht)

Lex Fridman: Was ist mit dem hier mit Matthew McConaughey, der hier aus Austin stammt? „Präsident Kennedy: Wisst ihr schon, wie man Menschen auf den Mond bringt? NASA: Nein. Präsident Kennedy: Wäre viel cooler, wenn Sie es wüssten.“

Elon Musk: Das stimmt wohl. Sechs. Sechs oder sieben, würde ich sagen.

Lex Fridman: (2:14:26) Das ist das letzte.

Elon Musk: Das ist lustig. (lacht)

Lex Fridman: „Jemand hat einen Haufen Schwänze auf die Wände gemalt. Sixtinische Kapelle. Jungen-Toilette.

Elon Musk: Klar, das ist eine 9. Es ist wirklich wahr.

Lex Fridman: In Ordnung, das ist unser höchstrangiges Meme für heute.

Elon Musk: Ich meine, es ist wahr. Wie können sie damit durchkommen?

Lex Fridman: Jede Menge Nacktheit.

Elon Musk: Ich meine, Dickpics gibt es schon immer. Solange Menschen etwas zeichnen können, gibt es Bilder von Penissen.

Lex Fridman: Das ist ein fester Bestandteil der menschlichen Geschichte.

Elon Musk: Es ist ein Standard. Das zieht sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte.

Lex Fridman: (2:14:58) Du hast getwittert, dass Du Comedy machen möchtest. Du bist mit Joe Rogan befreundet. Wirst Du irgendwann in der Zukunft eine kurze Stand-up-Comedy-Show machen? Vielleicht als Opener für Joes Show oder so etwas in der Art? Ist das…?

Elon Musk: Richtige Stand-up Comedy?

Lex Fridman: Richtige Stand-up Comedy. Ist das da drin? Oder ist das…?

Elon Musk: Darüber habe ich noch nie nachgedacht.

Lex Fridman: Es ist extrem schwierig. Zumindest ist es das, was Joe und die Comedians sagen.

Elon Musk: Ich frage mich, ob ich das könnte.

Lex Fridman: Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden.

Elon Musk: Ich habe Stand-up Comedy für Freunde gemacht, einfach aus dem Stegreif, und sie lachen. Aber es sind auch alles Freunde. Ich weiß also nicht, ob andere es auch lustig finden… wenn man einen Raum voller Fremder hat. Aber ich könnte es versuchen. Mal sehen, was passiert.

Lex Fridman: (2:15:51) Ich denke, man kann so oder so etwas lernen. Ich liebe beides, wenn man es verhaut und wenn es gut läuft. Ich beobachte einfach die Leute, wie sie damit umgehen. Es ist so schwierig. Man ist da oben so zerbrechlich. Es gibt nur dich. Und du denkst, du wirst lustig sein. Und wenn es dann völlig daneben geht, ist es schön zu sehen, wie die Leute damit umgehen.

Elon Musk: Ich denke, ich könnte genug Material haben, um eine Stand-up Vorstellung zu machen. Ich habe nie darüber nachgedacht, aber ich könnte genug Material haben. Ich weiß nicht, vielleicht 15 Minuten oder so.

Lex Fridman: Oh, ja. Mach ein Netflix-Special. (beide lachen)

Elon Musk: Netflix-Special. Klar.

Lex Fridman: Was ist Dein Lieblingskonzept bei „Rick and Morty“? Das wollte ich Dich mal fragen. Es gibt eine Menge wissenschaftlich-technischer Ideen, die dort verwendet werden. Da ist der Butterroboter…

Elon Musk: Ja, das ist eine tolle Serie.

Lex Fridman: Gefällt sie Dir?

Elon Musk: Ja, „Rick and Morty“ ist großartig.

Lex Fridman: (2:16:47) Jemand, der genau wie Du ist, aber aus einer anderen Dimension, ist dort aufgetaucht. Elon Tusk…

Elon Musk: Ja, das ist richtig.

Lex Fridman: …den Du gesprochen hast.

Elon Musk: „Rick and Morty“ spielt sicherlich mit einer Menge interessanter Konzepte. Welches mein Lieblingskonzept ist? Der Butterroboter ist auf jeden Fall…  es ist durchaus möglich, zu viel Gefühl in einem Gerät einzubauen. Man will ja keinen supergenialen Toaster. Er würde sein Leben hassen, weil er nur Toast machen kann. Man will keine Superintelligenz in einem technisch sehr begrenzten Gerät haben.

Lex Fridman: Glaubst Du, dass es zu einfach ist… wenn wir also von der technischen Perspektive sprechen, der Superintelligenz, wie bei Marvin, dem Roboter… Es scheint sehr einfach zu sein, ausschließlich depressive Roboter zu entwickeln. Es ist nicht so einfach, einen Roboter zu entwickeln, der ein erfülltes Leben führen kann. Genauso wie bei Menschen, nehme ich an. Aber ich frage mich, ob das der Standard ist. Wenn man beim Bau eines Roboters keine gute Arbeit leistet, wird er depressiv sein.

Elon Musk: Nun, wir können Roboter leichter umprogrammieren als Menschen. Wenn man ihn sich also ohne Eingriffe weiterentwickeln lässt, wird er vielleicht depressiv. Aber man kann die Optimierungsfunktion ändern und ihn so zu einem fröhlichen Roboter machen.

Lex Fridman: (2:18:12) Wie ich schon bei SpaceX erwähnt habe, gibst Du vielen Menschen Hoffnung, und viele Menschen schauen zu Dir auf. Millionen von Menschen blicken zu Dir auf. Was würdest Du jungen Leuten in der High School oder im College raten, wenn sie versuchen wollen, etwas Großes in dieser Welt zu erschaffen, wenn sie wirklich einen großen, positiven Einfluss haben wollen? Was würdest Du ihnen zu Karriere oder das Leben im Allgemeinen raten?

Elon Musk: Versuche, nützlich zu sein. Tue Dinge, die für deine Mitmenschen, für die Welt nützlich sind. Es ist sehr schwer, nützlich zu sein. Sehr schwer. Leistest du mehr, als du verbrauchst? Versuche, einen positiven Nettobeitrag zur Gesellschaft zu leisten. Ich denke, das sollte das Ziel sein. Man sollte nicht versuchen, eine Art Anführer zu sein, nur um Anführer zu sein oder was auch immer. Die Menschen, die man als Anführer haben möchte, sind die, die keine sein wollen. Wenn man ein nützliches Leben führt, ist das ein gutes Leben, ein Leben, das es wert ist, gelebt zu werden. Und wie ich schon sagte, würde ich die Menschen ermutigen, die geistigen Werkzeuge der Physik zu nutzen und sie im Leben weitreichend anzuwenden. Das sind die besten Werkzeuge.

Lex Fridman: (2:19:49) Was würdest bezüglich Bildung und Selbststudium empfehlen? Es gibt die Universität, es gibt das Selbststudium. Es gibt die praktische Arbeit, d.h. ein Unternehmen oder einen Ort oder eine Gruppe von Leuten zu finden, die das tun, wofür man eine Leidenschaft hat, und sich ihnen so früh wie möglich anzuschließen. Man kann auch ein paar Jahre lang durch Europa reisen und Gedichte schreiben. Welchen Weg schlägst Du vor, um zu lernen, wie man sich nützlich machen kann, wie Du es sagst? Wie kann man den größten positiven Einfluss bekommen?

Elon Musk: Ich ermutige die Leute, viele Bücher zu lesen und grundsätzlich so viele Informationen wie möglich aufzunehmen. Und man sollte auch versuchen, sich ein gutes Allgemeinwissen anzueignen, damit man zumindest einen groben Überblick über die Wissenslandschaft hat. Man sollte versuchen, über viele Dinge ein wenig zu lernen. Denn vielleicht weiß man noch nicht, was einen wirklich interessiert. Woher will man wissen, was einen wirklich interessiert, wenn man es nicht wenigstens versucht? Informier dich auf breiter Basis. Sprich mit Menschen aus verschiedenen Lebensbereichen, Branchen, Berufen und Fähigkeiten. Versuch einfach, so viel wie möglich zu lernen. Sucht nach dem Sinn.

Lex Fridman: Ist die ganze Sache nicht eine Suche nach dem Sinn?

Elon Musk: Ja, was ist der Sinn des Lebens und allem. Ja, aber wie ich schon sagte, würde ich die Leute ermutigen, sich in vielen verschiedenen Themenbereichen zu informieren. Und dann sollte man versuchen, etwas zu finden, bei dem sich die eigenen Talente mit dem überschneiden, was einen interessiert. Manche Leute sind vielleicht gut in etwas, oder sie haben Fähigkeiten in einer bestimmten Sache, aber sie tun es nicht gerne. Man sollten also versuchen, eine Sache zu finden, die eine gute Kombination aus den Dingen ist, die einem leichtfallen, die man aber auch gerne tut.

Lex Fridman: (2:22:13) Und Lesen ist eine superschnelle Abkürzung, um herauszufinden, was man gut kann, was man gerne macht und was tatsächlich positive Auswirkungen hat.

Elon Musk: Man muss die Dinge irgendwie lernen. Also lese ich ein breites Spektrum… lese es wirklich. Noch wichtiger ist, dass ich als Kind die Enzyklopädie durchgelesen habe. Das war also ziemlich hilfreich. Und es gab alle möglichen Dinge, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existieren – nun ja, eine Menge natürlich.

Lex Fridman:  Noch breiter gefächert geht es nicht.

Elon Musk: Enzyklopädien waren vor 40 Jahren empfehlenswert. Lies Dir die Kurzfassung der Encyclopedia Britannica durch. Das kann ich nur empfehlen. Man kann immer Themen überspringen, also ein paar Absätze lesen, und wenn es einen nicht interessiert, springt man einfach zum nächsten Absatz. Lest also eine Enzyklopädie oder überfliegt sie.

Ich schätze und respektiere jeden, der arbeitet, um nützliche Dinge zu tun. Und ganz allgemein sollte man keine Nullsummen-Mentalität an den Tag legen, sondern eher eine Mentalität, die den Kuchen wachsen lässt. Wenn ich sehe, dass Menschen, vielleicht auch einige sehr kluge Leute, eine Haltung einnehmen, die moralisch fragwürdig erscheint, dann liegt das oft daran, dass sie auf einer grundlegenden, axiomatischen Ebene eine Nullsummen-Mentalität haben, ohne es zu merken. Sie sehen nicht, dass sie eine Nullsummen-Mentalität haben, oder zumindest sind sie sich dessen nicht bewusst.

Wenn man eine Nullsummen-Mentalität hat, dann ist der einzige Weg, voranzukommen, anderen etwas wegzunehmen. Wenn die Größe des Kuchens nicht geändert werden kann, dann ist der einzige Weg, selbst mehr Kuchen zu bekommen, jemand anderem etwas wegzunehmen. Aber das ist falsch. Es ist offensichtlich, dass der Kuchen im Laufe der Zeit dramatisch gewachsen ist – der wirtschaftliche Kuchen. In Wirklichkeit kann man – wenn ich diese Analogie etwas überstrapazieren darf – sehr viel mehr Kuchen haben. Die Größe des Kuchens ist nicht fix. Man sollte also wirklich darauf achten, dass man nicht unbewusst von einer Nullsummen-Mentalität ausgeht, bei der man nur weiterkommt, wenn man anderen etwas wegnimmt, da man dann anderen etwas wegzunehmen muss, um weiterzukommen – was nicht gut ist. Es ist viel besser, zum wirtschaftlichen Kuchen beizutragen, mehr zu schaffen als zu verbrauchen, mehr zu tun als zu… Ja. Das ist eine große Sache. Ich glaube, es gibt eine ganze Reihe von Leuten in der Finanzbranche, die eine Art Nullsummen-Denken haben.

Lex Fridman: (2:25:17) Ich denke, das gilt für alle Bereiche des Lebens. Einer der Gründe, warum mich Rogen inspiriert, ist, dass er andere sehr feiert. Er steht nicht ständig im Wettbewerb zu anderen, als ob es eine Knappheit an Ressourcen gäbe. Was passiert, wenn man andere feiert und andere fördert, die Ideen anderer feiert? Der Kuchen wird tatsächlich größer. Die Ressourcen werden weniger knapp. Und das gilt für viele verschiedene Bereiche. Das gilt auch für den akademischen Bereich, wo viele Menschen die Finanzierung der akademischen Forschung als Nullsummenspiel betrachten. Das ist es aber nicht. Wenn man sich gegenseitig feiert, wenn man alle für KI, Physik und Mathematik begeistert, wird es mehr und mehr Fördermittel geben, und ich glaube, dass alle gewinnen. Ja, das gilt, glaube ich, für das Große und Ganze.

Elon Musk: Ja, genau.

Lex Friman: (2:26:08) Also, letzte Frage zu Liebe und Bedeutung. Welche Rolle spielt die Liebe für den Menschen im Allgemeinen und für Dich im Besonderen? Inwiefern hat die Liebe, ob romantisch oder anders, Dich zu einem besseren Menschen gemacht, zu einem besseren menschlichen Wesen? Einen besseren Ingenieur?

Elon Musk: Jetzt stellst Du wirklich verwirrende Fragen. Ich meine, es gibt viele Bücher, Gedichte und Lieder, die darüber geschrieben wurden, was Liebe ist und was genau was ist. Du weißt schon, „what is love – baby, don’t hurt me”.

Lex Fridman: Das ist einer der großen Texte, ja.

Elon Musk: Ja.

Lex Fridman: Du hast vorhin Shakespeare zitiert, aber das hier setzt nochmal einen drauf.

Elon Musk: Love is a many splendored thing.”

Lex Fridman: (2:27:03) Das liegt daran, dass wir über so viele inspirierende Dinge gesprochen haben, wie zum Beispiel in der Welt nützlich zu sein, Probleme zu lösen, Leiden zu lindern. Aber es scheint, dass die Verbindung zwischen Menschen eine Quelle der Freude ist, eine Quelle der Bedeutung. Und das ist es, was Liebe ist – Freundschaft, Liebe. Ich frage mich nur, ob Du das im Sinn hast, wenn Du davon sprichst, das Licht des menschlichen Bewusstseins zu bewahren und uns zu einer multiplanetaren Spezies zu machen.

Ich persönlich denke, dass es nicht annähernd so viel bedeutet, wenn wir allein und uns bewusst und intelligent sind, wie wenn wir mit anderen zusammen sind. Stimmt‘s? Wenn wir mit anderen zusammen sind, entsteht eine gewisse Magie – die Freundschaft. Und ich glaube, die höchste Form davon ist die Liebe, die im Großen und Ganzen viel mehr ist als nur die romantische Liebe. Aber ja, auch romantische Liebe und Familie und solche Dinge.

Elon Musk: Nun, mein Interesse daran, dass wir eine multiplanetare Spezies und eine raumfahrende Zivilisation werden, liegt darin begründet, dass ich die Menschheit liebe. Ich wünsche mir also, dass sie gedeiht, große Dinge tut und glücklich ist. Wenn ich die Menschheit nicht lieben würde, würde ich mich nicht um diese Dinge kümmern.

Lex Fridman: (2:28:31) Also, wenn man sich die gesamte menschliche Geschichte anschaut, alle Menschen, die jemals gelebt haben, alle Menschen, die jetzt leben – das ist ziemlich… wir sind okay. Im Großen und Ganzen sind wir ein ziemlich interessanter Haufen.

Elon Musk: Ja. Alles in allem – und ich habe viel über die Geschichte gelesen, auch die dunkelsten und schlimmsten Abschnitte – und trotz alledem denke ich, dass ich die Menschheit unterm Strich immer noch liebe.

Lex Fridman: Du hast darüber mit der 42 gescherzt. Was denkst Du, bedeutet das alles? Gibt es eine nicht-numerische Bedeutung?

Elon Musk: Nun, ich schließe mich dem an, was Douglas Adams in „Per Anhalter durch die Galaxis“ sagte: dass das Universum die Antwort ist. Und was wir wirklich herausfinden müssen, sind die Fragen, die wir zu der Antwort, die das Universum ist, stellen können. Die Frage ist der wirklich schwierige Teil. Wenn man die Frage richtig formulieren kann, dann ist die Antwort in Relation dazu einfach. Wenn wir also verstehen wollen, welche Fragen wir über das Universum stellen müssen, wenn wir den Sinn des Lebens verstehen wollen, müssen wir den Umfang und die Skala des Bewusstseins erweitern. Dann sind wir besser in der Lage, die Natur des Universums und den Sinn des Lebens zu verstehen.

Lex Fridman: Das Wichtigste wird sein, die richtige Frage zu stellen…

Elon Musk: Ja.

Lex Fridman: …wodurch die Rolle des Interviewers aufgewertet wird…

Elon Musk: Ja, genau.

Lex Fridman: …als der wichtigste Mensch im Raum.

Elon Musk: Es ist schwer, gute Fragen zu stellen. Das stimmt. Aber ja, die Grundlage meiner Philosophie ist, dass ich mehr über die Natur des Universums wissen möchte. Und natürlich werde ich sterben. Ich weiß nicht, wann ich sterben werde, aber ich werde nicht ewig leben. Aber ich würde gerne wissen, dass wir auf einem Weg sind, die Natur des Universums und den Sinn des Lebens zu verstehen und welche Fragen wir zu der Antwort, die das Universum ist, stellen können. Wenn wir also den Umfang und die Skala der Menschheit und des Bewusstseins im Allgemeinen erweitern, einschließlich des Silizium-Bewusstseins, scheint das eine grundsätzlich gute Sache zu sein.

Lex Fridman: Elon, wie ich schon sagte, bin ich zutiefst dankbar, dass Du heute Deine äußerst wertvolle Zeit mit mir verbringst, und auch, dass Du Millionen von Menschen in dieser schwierigen Zeit, dieser spaltenden Zeit, in dieser zynischen Zeit Hoffnung gibst. Ich hoffe, Du machst weiter mit dem, was Du tust. Vielen Dank für das heutige Gespräch.

Elon Musk: Oh, gern geschehen. Danke für Deine ausgezeichneten Fragen. (2:31:17)

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