Third Row Tesla Podcast – Elon Musks Story (Teil I)

Willkommen zum Transkript und der deutschen Übersetzung des Third Row Tesla Podcast mit Elon Musk. Im ersten Teil (Minute 00:08 – 30:31) des insgesamt dreieinhalbstündigen Interviews spricht Elon Musk unter anderem darüber, wie er zu Twitter gekommen ist, warum die Bezeichnung ‚Investor‘ für ihn nicht zutrifft, was Oligopole mit Süßigkeiten zu tun haben und wie er dazu kam, das zu tun, was er jetzt tut. Das Transkript basiert auf dem am 9. Februar 2020 auf YouTube veröffentlichten ‚Director‘s Cut‘ des Interviews.

Sofiaan: (00:08) Willkommen beim Third Row Tesla Podcast. Mein Name ist Sofiaan Fraval. Heute dürfen wir einen ganz besonderen Gast begrüßen. Aber zuvor werde ich unsere Third Row Tesla Podcast Crew vorstellen. Heute sind dabei: Omar Qazi ‚Tesla Truth‘, Kristen ‚K10‘, Vincent Yu von ‚Tasmanian‘, Galileo Russell von ‚HyperChange‘, und Viv, ‚Falcon Heavy‘. Omar, möchtest Du unseren Gast vorstellen?

Omar: Bitte begrüßen Sie den Erfinder des Autofurzes, Elon Musk.

Elon: Ich danke Euch. Bitte schreibt das auf meinen Grabstein.

Viv: Also ja, es ist irgendwie verrückt, dass wir tatsächlich alle hier sind. Und vielen Dank, dass Du das machst. Wir sind alle Tesla-Kunden und Fans, und es ist wirklich gut, dass dies endlich passiert. Ich erinnere mich, dass ich mir Deinen Wikipedia-Tweet zu dieser bizarren, erfundenen Realität über Dich angesehen habe. Ich habe geantwortet: „Warum kommst Du nicht in einen Podcast und erzählst Deine erfundene Version der Realität?“

Elon: Sicher, ich werde meine erfundene Realität erzählen.

Viv: Du hast geantwortet: „Okay, gerne.“ Das hat mich irgendwie überrascht, wie auch die Art und Weise, wie Du Dich online mit Deinen Kunden beschäftigst und ihnen zuhörst. Ich habe von keinem CEO oder Geschäftsführer eines Großunternehmens gehört, der Vergleichbares tut. Könntest Du uns also ein wenig darüber erzählen, woher das kommt? Warum Du direkt kommunizierst, anstatt eine PR-Strategie zu verfolgen, wie es die meisten Unternehmen tun?

Elon: Gerne. Ich war bereits bei Twitter, als noch weniger als 10.000 Leute dort einen Account hatten. Viele schrieben über sowas, wie welchen Kaffee sie sich gerade bei Starbucks bestellt hatten. Das erschien mir komplett sinnlos und ich verließ Twitter wieder. Daraufhin übernahm jemand meinen Account und schrieb Tweets in meinem Namen. Ein paar Freunde, Bill Lee und Jason Calacanis, rieten mir, Twitter wieder zu nutzen, um meine Botschaften und Nachrichten unter die Leute zu bringen. Und sie erwähnten, dass irgendjemand in meinem Namen ziemlich schräge Sachen twitterte. Ich sagte mir, schräge Sachen kann ich selbst schreiben. (02:30)

Sofiaan: Musstest Du sie bezahlen?

Elon: Nein. Ich bin mir nicht sicher, wer das war. Aber aus irgendeinem Grund habe ich meinen Twitter-Account zurückbekommen und dann habe ich einfach zum Spaß angefangen zu twittern. Meine anfänglichen Tweets waren bereits ziemlich unkonventionell, und wie ich versucht habe zu erklären, ist die „Wahnsinns-Kurve“ kurz, alos nicht sehr steil. Ich habe mit verrückten Tweets angefangen, und wenn sie immer noch verrückt sind, hat sich nicht so viel verändert. Es macht mir einfach Spaß, mich auf diese Weise auszudrücken. Ich glaube, ich habe das schon mal gesagt – manche Leute benutzen ihre Haare, um sich auszudrücken; ich benutze Twitter.

Viv: Und warum Twitter? Warum nicht eine andere Plattform wie zum Beispiel Instagram?

Elon: Nun, ich traue Facebook nicht – offensichtlich. Instagram ist in Ordnung, aber auch nicht ganz mein Stil. Es ist schwer, intellektuelle Inhalte auf Instagram zu vermitteln. Auf Twitter ist das zugegebenermaßen auch schwierig… – Instagram gehört auch zu Facebook, und ich habe…

Sofiaan: Gelöscht.

Elon: Ja, ich habe es einfach gelöscht. Ich muss nicht wirklich… – Ich brauche nicht mehr als eine Plattform. Ich verbringe nicht allzu viel Zeit in den sozialen Medien. Wenn die Leute also wissen wollen, was ich sage, dann können sie einfach bei Twitter schauen. Und das werde ich beibehalten, solange Twitter gut ist; oder zumindest mehr gut als schlecht. Okay, Krypto-Betrüger sind wirklich…

Vincent: Oh ja…

Sofiaan: Sie haben kürzlich Vincent gekapert.

Elon: Wirklich?

Sofiaan: Ja. Es gibt jetzt ungefähr zehn Vincent’s.

Elon: Und die kopieren alles und verändern nur eine Kleinigkeit?

Vincent: Ja, sie benutzen mein Avatar und dann mein Bild, und sie stellen ihre Nachrichten direkt unter deinen Tweets ein. (05:00) Unglaublich. Und sie blocken mich.

Sofiaan: Wir bekämpfen sie die ganze Zeit, melden sie an Twitter. Jeden Tag melden wir bestimmt zehn Leute.

Elon: Ja, diese Unterhaltungen habe ich auch mit Twitter. „Bitte, macht was! Könnt Ihr nicht einfach ein paar mehr Leute im Kundenservice beschäftigen, vielleicht drei oder vier, die sich darum kümmern und Crypto Scams blockieren?“

Sofiaan: Es sollte einfach sein.

Elon: Es sollte einfach sein.

Sofiaan: Aber dann wiederum bei meiner Frau ‚Vegan Shelly‘ – ich glaube, Du hast vor kurzem einen Tweet von ihr geliked – sie wurde gesperrt, weil sie auf einen Deiner Tweets geantwortet und das Video darin zitiert hatte. Sie wurde für einen Tag oder so gesperrt. Ich dachte: „Was zum Teufel ist hier los?“ Also, es ist einfach seltsam, wie der Algorithmus funktioniert.

Omar: Ja, es gibt eine Menge Manipulationen. Zurück zur Wikipedia-Seite. Es ist interessant, was für ein Jahrzehnt Du hinter Dir hast. Ich erinnere mich, neulich einen Artikel gelesen zu habe, in dem steht: „Wenn ihr, wie wir, Elon Musk 2009 getroffen hättet, direkt nach der Rezession, als er mit dem Roadster kämpfte, hättet ihr nie gedacht, dass er heute da sein würde, wo er ist.“ Du weißt, Astronauten in den Weltraum bringen…

Elon: Das werden wir, hoffentlich.

Omar: Nun, hoffentlich, ja, dieses Jahr. Die ISS beliefern, Tesla mit dem Model 3, dem Model Y. Die Elektrifizierung wäre ohne Tesla nicht da, wo sie heute ist. Man sieht ja, wo die anderen, alteingesessenen Autohersteller stehen; denen geht es nicht so gut. Wenn man sich also anschaut, wie Du zu dieser legendären Figur geworden bist, wie die Leute Dich wahrnehmen, wie zum Beispiel in der Biografie von Ashley Vance oder auf der Wikipedia-Seite dargestellt – was fällt Dir da besonders auf? Worüber musst Du lachen, weil es jeder Grundlage entbehrt?

Elon: Ich glaube, ich hatte bereits erwähnt, dass ich fast überall als Investor bezeichnet werde. Dabei investiere ich fast ausschließlich in die Unternehmen, die ich mit aufgebaut habe. Die einzigen Anteile an einem börsennotierten Unternehmen habe ich bei Tesla. Ich besitze keine Anteile anderer Kapitalgesellschaften.

Sofiaan: Das ist wie bei uns.

Elon: Das ist recht ungewöhnlich. Denn fast alle streuen zu einem gewissen Grad das Risiko. (07:30) Darüber hinaus habe ich nur größere Anteile an SpaceX, und das ist ein privates Unternehmen. Um liquide Mittel zu erhalten, die hauptsächlich zur Reinvestition in SpaceX und Tesla gedacht sind, und gelegentlich, um kleinere Projekte zu finanzieren wie Neuralink und die Boring Company, leihe ich Tesla und SpaceX Anteile an. Ich habe tatsächlich nur Tesla und SpaceX Anteile, und dagegen stehen ungefähr eine Milliarde Dollar Schulden.

Das hört sich nun so an, als würde ich behaupten, ich habe kein Geld. Das behaupte ich keineswegs. Aber viele denken, wenn sie irgendeine große Zahl sehen wie vier Milliarden oder so, ich hätte die Aktienanteile und zusätzlich das Bargeld. Als würde ich sozusagen auf Bargeld sitzen und nichts weiter tun, außer Geld anzuhäufen. Dem ist nicht so. Die einzige Alternative wäre, die Aktien der Regierung zu überschreiben, damit diese die Unternehmen führt. Allerdings gehört Unternehmensführung nicht zu den Stärken einer Regierung. Das ist ein großes Problem.

Es stellt sich die grundsätzliche Frage zu Konsum versus Kapitalallokation. Das wird mich wahrscheinlich in Schwierigkeiten bringen, aber das Paradigma von Kommunismus versus Kapitalismus ist meiner Meinung nach in gewisser Weise orthogonal zur Realität der tatsächlichen Wirtschaft. Wichtig ist die Reaktion der Unternehmen auf das Feedback der Bevölkerung, um deren Zufriedenheit zu maximieren. Wenn das Kapital allerdings von Einheiten kontrolliert wird, die kaum auf das Feedback reagieren, wie ein Monopol oder Oligopol… – Also ich würde sagen, die Regierung ist eine Art monopolitisches Unternehmen.

Das heißt nicht, dass die Leute in der Regierung unfähig seien. Aber wenn man die gleichen Leute in einem besseren Betriebssystem arbeiten lassen würde (10:00), wären auch ihre Ergebnisse um einiges besser. Es geht also darum, inwieweit eine Organisation die Kundenzufriedenheit maximieren will. Daher muss ein wirklicher Wettbewerb stattfindet, in dem Unternehmen nicht das System manipulieren und die Regeln korrekt aufgestellt sind.

Und dann muss man auf der Hut sein vor regulatorischer Vereinnahmung, wo die Schiedsrichter tatsächlich von den Spielern vereinnahmt werden, was, Ihr wisst schon… – Die Spieler dürfen nicht die Schiedsrichter kontrollieren können, was allerdings vorkommt. Das passierte zum Beispiel mit dem Null-Emissionen-Fahrzeug-Gesetz in Kalifornien. Kalifornien war bezüglich der Einführung von Elektrofahrzeugen wirklich zielstrebig. Und dann schafften es die Autokonzerne, offen gesagt, die Regulierungsbehörden auszutricksen, indem sie sich über die strengen Vorschriften beschwerten und vorschlugen, dass man auch auf Brennstoffzellen setzen könne. Aber bis Brennstoffzellen marktreif sind, dauert natürlich noch lange. Wahrscheinlich ewig. Die Auflagen wurden von der Regierung zurückgenommen und General Motors hat daraufhin den EV1 zurückgerufen und verschrottet, und zwar gegen den Willen der Besitzer.

Sofiaan: Dabei standen sie Schlange, um diese Autos zu kaufen, und GM ließ sie nicht.

Elon: Chris Paine hat diese großartige Dokumentation darüber gemacht. Der EV1 war nicht unbedingt das beste Auto. Dennoch wollten die Leute dieses Fahrzeug so sehr, dass die Besitzer eine Mahnwache mit brennenden Kerzen an dem Schrottplatz hielten, auf dem die Autos verschrottet wurden. So als ob ein Gefangener exekutiert würde. Wann habt Ihr so etwas schon einmal gehört? Für ein Produkt? Und GM hat die Produktion gestoppt! Ich meine, hört mal zu, das werden sie nicht für ein anderes GM Produkt machen. Es fällt mir schwer, diese GM-Leute zu verstehen.

Ich glaube, das ist ein sehr wichtiges Thema. Generell ist zu beobachten, dass sich diese Oligopole oder Duopole formen, die die Preise vorgeben und das Forschungs- und Entwicklungsbudget reduzieren. Das mag albern klingen, aber es ist wie bei den Süßigkeiten (12:30). Als gäbe es ein Süßigkeiten-Oligopol. Wir sehen bei Süßigkeiten nicht viel Innovation.

Omar: Also ist die Candy Company noch immer aktuell?

Crosstalk: über „Boring Candy“

Elon: Ich habe bisher noch keine Süßigkeit, die man verkaufen könnte. Aber ich denke… – Es gibt drei Unternehmen oder so, die fast den gesamten Süßigkeitenmarkt auf der Welt kontrollieren – und zudem Hundefutter. Es ist ein konstruiertes und bizarres Konglomerat aus Hundefutter, Babynahrung und Süßigkeiten.

Vincent: All die Marken, hunderte von Marken…

Elon: Du denkst, du kaufst von verschiedenen Firmen. Aber es läuft alles auf drei Firmen oder so hinaus.

Kristen: Sende nicht das Tierfutter an den Süßigkeiten-Hersteller.

Elon: Man braucht einen guten Wettbewerbsdruck. Entweder das Produkt wird verbessert, oder man verliert. Wenn ein Unternehmen seine Produkte nicht verbessert und für den Endverbraucher optimiert, dann sollte dieses weniger gut florieren als ein Unternehmen, das bessere Produkte liefert. In der Autoindustrie existiert ein starker Wettbewerb. Das ist gut. Denn eine Industrie mit einem starken Wettbewerb bedeutet, dass das bessere Produkt besser am Markt ankommen wird.

Also, das ist das alte Haus von Gene Wilder.

Sofiaan: Ja, es ist wunderschön. Danke, dass wir hier sein dürfen. Das ist wirklich etwas Besonderes für uns.

Elon: Ja, das ist ein cooler Ort. Und es hat ein Solarglasdach.

Sofiaan: Ja. Das ist Version 2, richtig?

Omar: Wir haben es bemerkt, aber erst auf den zweiten Blick.

Sofiaan: Ich warte auf mein Version 3 Solarglasdach. Aber ganz egal, was sie auf meinem Dach installieren, ich bin damit einverstanden.

Omar: Wir haben so ein Dach auf einem Geschäft in Torrance gesehen. Das sieht richtig gut aus.

Elon: Nun, es ist eigentlich so konzipiert, dass man es nicht bemerkt. Dieses Haus hier ist etwa 50 Jahre alt und es ist ziemlich eigentümlich. Da möchte man kein ins Auge fallendes Dach draufhaben. Es hatte ein schwarzes Schindeldach. Also haben wir versucht, ein Solardach zu integrieren (15:00), das natürlich wirkt. Und ich finde, wir haben dieses Ziel ganz gut erreicht. Das hier ist ein hübsches, eigenwilliges, kleines Haus. Ich zeige es Euch später. Es gibt all diese ausgefallenen Sachen zu sehen. Es ist genau wie… Entschuldigung?

Kristen: Ist es von Frank Lloyd Wright?

Elon: Nein, das glaube ich nicht. Ich glaube, es wurde einfach schrittweise im Laufe der Zeit von wahrscheinlich mehreren Leuten gebaut. Aber es wäre einfach abgerissen und durch ein riesiges Haus ersetzt worden. Also ist es…

Sofiaan: Ich bin so froh, dass das nicht passiert ist.

Elon: Ja, es ist super cool. Wirklich. Gene Wilder war einer meiner Lieblingsschauspieler, um ehrlich zu sein. Er ist großartig; er hat ein paar großartige Filme gemacht.

Gali: Wenn Du eine Produktidee hast, wie zum Beispiel das Solarglassdach, verstehen viele Leute nicht, dass es Dein Ziel ist, diese unglaublichen Technologien auf den Markt zu bringen, um einen wirklichen Wandel für die Welt zu erschaffen. Ich finde es faszinierend, dass Du das durch Unternehmensgründungen machst. Es scheint, dass dies der schnellste Weg ist, um das richtige Feedback für weitere Verbesserungen zu erhalten, also um von der Erfindung eines Produktes zur Nutzung durch Millionen von Menschen zu gelangen. Es scheint also, dass der Kauf eines Tesla fast das Beste ist, was man für die Klimakrise tun kann, weil man damit Forschung und Entwicklung, Produkte und Innovation ankurbelt. Ich habe das Gefühl, dass nicht genug Leute das wirklich verstehen.

Elon: Ich denke, es gibt viele gute Dinge, die die Menschen für das Klima tun können, aber ganz allgemein alles, was in Richtung nachhaltiger Energie geht, ob es nun nachhaltige Energieerzeugung durch Solar oder mit einem Elektrofahrzeug ist. Einfach Sachen wie eine bessere Isolierung in einem Haus, weil das wirklich effektiv für den Energieverbrauch ist.

Schaut, Marvin (Elon spricht von seinem Hund, der auf Sofiaans Schoß sitzt). Er schmeißt sich an Dich ran. Das ist ‚Marvin the Martian‘. Ich habe ihm für Halloween eine kleine, gestrickte ‚Marvin the Martian‘ Kappe gekauft. Ihr wisst, dieser Helm. Das sieht super süß aus.

Omar: Wusstest Du schon immer, dass Du diese Probleme auf unternehmerische Weise angehen wolltest, anstatt, sagen wir mal, mithilfe von Nonprofit Unternehmen oder als Hochschulprofessor oder wie auch immer.

Elon: Während meiner Highschoolzeit dachte ich, ich würde mich mal als Physiker mit Teilchenbeschleunigung beschäftigen. In Physik und Informatik bin ich wirklich gut. Und ich wollte das Universums verstehen. Also wollte ich mit Leuten zusammenarbeiten, die sich anschauen, was passiert, wenn man Partikel kollidieren lässt. Aber dann wurde die geplante Teilchenbeschleunigungsanlage in den USA aufgegeben. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Was wäre, wenn ich in so einem Unternehmen viele Jahre arbeitete und dann die Regierung es einfach schließt. Daher entschied ich mich dagegen.

Ich muss etwas ausholen. Als Kind befand ich mich mal in einer existenziellen Krise. Ich war ungefähr 12 Jahre alt und fragte mich, was die Welt bedeutet und was das alles soll. Wir leben eine bedeutungslose Existenz. Dann machte ich den Fehler und las Nietzsche und Schopenhauer. Macht das bloß nicht. Naja, es ist nicht komplett furchtbar. Sie haben auch nachvollziehbare Punkte.

Wie auch immer – ich habe dann „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams gelesen, was meiner Meinung nach ein ziemlich gutes philosophisches Werk ist, und ich sagte mir, ok, wir wissen offensichtlich nicht die Antwort, aber das Universum hat eine Antwort.  Welches sind also die Fragen, die wir stellen sollten, um das Universums besser zu verstehen. Und in dem Maße, in dem wir den Umfang und die Reichweite des Bewusstseins erweitern, werden wir auch besser in der Lage sein, die Fragen zu stellen und zu verstehen, warum wir hier sind und was das alles bedeutet.

Wir sollten also die Dinge angehen, die uns am ehesten verstehen lassen, welche Fragen wir zum Universums stellen müssen. Dafür muss die Menschheit so lange wie möglich auf der Erde weiterexistieren und sich zu einer multiplanetaren Spezies entwickeln, um wiederum die Grenzen unseres Bewusstseins (20:00) und dessen mögliche Lebenszeit zu erweitern. Wahrscheinlich wird es sich dabei in Zukunft auch in großem Maße um Maschinenbewusstsein handeln. Das wäre der beste Weg. Das ist das Beste, was wir tun können.

Und wir müssen über die verschiedenen Probleme nachdenken, die wir haben, beziehungsweise darüber, womit wir am ehesten unsere Zukunft ändern könnten. Während meiner Collegezeit wurden mir fünf Dinge bewusst, die ich nicht als tiefe Einsichten bezeichnen würde, sondern eher als offensichtliche. Das Internet würde die Menschheit von Grund auf ändern. Die Menschheit würde sozusagen zu einem Superorganismus werden, da das Internet eine Art Nervensystem darstellt. Jeder Teil des Menschheitsorganismus würde nun überall und sofort über alle Informationen verfügen.

Sofiaan: Neuralink.

Elon: Stellt Euch vor, wenn Ihr kein Nervensystem hättet, wüsstet Ihr nicht, was vor sich geht. Eure Finger wüssten nicht, was vor sich geht, oder Eure Zehen wüssten nicht, was vor sich geht; alles, was passierte, würde ausschließlich auf Diffusion beruhen. Früher wurden Informationen wirklich durch Diffusion weitergegeben. Ein Mensch musste einen anderen Menschen anrufen oder ihm einen Brief schreiben. Man musste einen Brief schreiben, diesen Brief einem anderen Menschen geben, der diesen Brief durch alle möglichen Situation trug, und schließlich wurde dem Empfänger der Brief überreicht – eine extrem langsame Diffusion.

Wenn man Bücher lesen wollte und es keine Bücherei vor Ort gab, dann konnte man keine Bücher lesen. Das war‘s. Heute hat man sofortigen Zugang zu allen Büchern. Man kann sich an einem abgelegenen Ort aufhalten – auf einem Berggipfel, im Dschungel oder so – und hat Zugang zu allen Informationen der Menschheit, wenn man sich mit dem Internet verbinden kann. Das stellt eine fundamentale und tiefgreifende Veränderung dar. Das ist eins der Dinge. Ich war schon früh im Internet unterwegs, wie all die anderen, die Physik studierten. Allerdings bestand die Schnittstelle ausschließlich in Textbefehlen und es war somit schwierig zu benutzen.

Eine weitere Sache ist natürlich, das Leben multi-planetarisch zu machen, das Bewusstsein multi-planetarisch zu machen; und die menschliche Genetik zu verändern (22:30), was ich übrigens nicht tue. Das ist ein heikles Thema. Aber CRISPR und andere sind dabei und es wird eines Tages sicherlich normal sein, das menschliche Genom zu verändern.

Gali: Warum ist das eine Möglichkeit oder warum ist das unvermeidbar?

Elon: Nun, ja, ich denke, ist es ein Weg, sich von Krankheiten oder der Veranlagung für verschiedene Krankheiten zu befreien. Das wäre sicherlich das erste, was du loswerden möchtest. Wenn klar wäre, dass Du an einer bestimmten Art von Krebs mit 55 sterben müsstest, würdest Du das sicherlich ändern wollen.

Gali: Ja, auf jeden Fall.

Elon: Es geht nicht um ein Szenario wie in dem Film ‚Gattaca‘ oder so etwas Extremes, sondern um Veränderungen im Sinne von Verbesserung. Ich bin weder für noch gegen diese Entwicklung. Allerdings es ist wahrscheinlicher, dass diese Entwicklung stattfindet, als dass sie nicht stattfinden wird.

Als nächster Punkt wäre da die Künstliche Intelligenz. Das ist ein großes Thema.

Sofiaan: Das sind alles sehr motivierende Faktoren, um unser Bewusstsein zu erhalten.

Elon: Und nachhaltige Energie. Nachhaltige Energie hielt ich bereits für wichtig, bevor die Auswirkungen auf die Umwelt so offensichtlich waren, wie sie jetzt sind. Denn wenn man Kohlenwasserstoffe abbaut und verbrennt, dann gehen sie einem irgendwann aus. Das ist nicht so wie beim Abbau von, sagen wir, Metallen zum Beispiel. Wir recyceln Stahl und Aluminium. Es findet keine Änderung des Energiezustands statt. Wenn man hingegen fossile Brennstoffe nimmt, nimmt man etwas aus einem hohen Energiezustand und wandelt es in einen niedrigeren Energiezustand wie CO2 um, das extrem stabil ist. Metalle werden uns nie ausgehen, das ist kein Problem. Uns werden die geförderten Kohlenwasserstoffe ausgehen.

Und natürlich, wenn wir Milliarden und schließlich Billionen Tonnen fossiler Brennstoffe, die tief im Innern der Erde waren, ob nun fest, flüssig, als Gas oder wie auch immer, in die Meere und die Atmosphäre befördern, lässt sich eine Veränderung der Chemie auf der Erdoberfläche nicht verhindern. (25:00) Und damit verbunden ist eine gewisse Wahrscheinlichkeit, wie schlimm es werden wird. Die Skala der möglichen Auswirkungen geht von ein bisschen schlimm bis extrem schlimm. Also, warum sollte man dieses Experiment machen? Das scheint das verrückteste Experiment überhaupt zu sein, vor allem, da wir sowieso auf nachhaltige Energie umsteigen müssen. Warum sollten wir dieses Experiment durchführen? Das ist einfach das Idiotischste, was ich je gehört habe.

Ich sage nicht, dass wir überhaupt keinen Kohlenwasserstoff nutzen sollten, aber das sollte zum richtigen Preis geschehen. Das Einleuchtendste wäre eine entsprechende Steuer. Darüber muss man nicht nachdenken. Wahrscheinlich 90 % oder mehr der Ökonomen und Physiker würden das sagen. Das Marktsystem funktioniert gut, wenn man den richtigen Preis ansetzt. Es ist sehr einfach. Wenn man aber den Preis effektiv auf null oder sehr niedrig ansetzt, dann verhalten sich die Leute entsprechend. Also muss da etwas getan werden. Ich denke auch, da wird etwas getan werden. Und später, wenn man den Preis für Kohlenwasserstoff erhöht, kann man Sequestrationstechnologien mit der Zeit fördern. Auf diesem Gebiet wird es viele Innovationen geben. Das ist der richtige Weg, der eingeschlagen werden muss.

Omar: Du hattest also diese Gebiete mit hohem Potential erkannt. Du fingst mit Zip2 an, hast es verkauft und 20 Millionen Dollar bekommen. Du warst der größte Anteilseigner von PayPal zum Zeitpunkt der Übernahme durch Ebay und erhieltst ungefähr weitere 160 Millionen Dollar. An sich hast Du genug Geld zur Verfügung für Deine gesamte Lebenszeit. Warum hast Du das Geld in SpaceX gesteckt, was bekanntermaßen ein risikoreiches Vorhaben ist. Oder in Tesla? Warum hast Du Dich nicht einfach entspannt zurückgelehnt?

Elon: Ich habe meine Abschlüsse in Physik und BWL an der Penn Universität gemacht. Danach bin ich mit Robin Ren nach Stanford gefahren. Robin hat mit mir studiert und arbeitet heute bei Tesla. Er wuchs in Shanghai auf. (27:30) Er ist ein sehr intelligenter Typ. Am Ende ging er weiter nach Stanford, und ich schob das Semester nach ein paar Tagen auf. Ich wollte Materialwissenschaften und die Physik von Kondensatoren mit hoher Energiedichte für den Einsatz in Elektrofahrzeugen studieren. Meine Absicht war, an Möglichkeiten der Energiespeicherung für Elektrofahrzeuge zu arbeiten.

Ich hatte ein paar Sommer lang bei einer Firma namens Pinnacle Research gearbeitet, die Hochleistungskondensatoren herstellte. Und ich wollte eine Fabrik aufziehen, die sozusagen eine solide Version dessen sein sollte, was die gemacht haben…  – Das wird sehr kompliziert von einem technischen Standpunkt aus; aber sie nutzten ein Ruthenium Tantalum Oxid, das extrem rar und teuer ist und somit nicht für große Stückzahlen brauchbar. Also wäre ein Ersatz für Ruthenium nötig, mit dem man eine Energiedichte erhalten müsste, die vergleichbar mit der einer Batterie mit unglaublich hoher Leistungsdichte ist. Ich könnte das jetzt noch viel näher erläutern.

Omar: Was ist der Zweck eines Superkondensators in einem EV?

Elon: Nun, ich denke, mit dem Aufkommen von Lithium-Ionen-Batterien mit hoher Energiedichte sind Kondensatoren nicht mehr der richtige Weg.

Omar: Warum dachtest Du damals, sie könnten für Elektrofahrzeuge nützlich sein?

Elon: Ich wollte fortschrittliche Chipherstellungsgeräte verwenden, um Kondensatoren zu bauen, die auf molekularer Ebene präzise sind. Also auf einem Präzisionslevel, von dem man im Zusammenhang mit Kondensatoren noch nicht gehört hatte. Also, die Energie eines Kondensators ist eine Funktion der Fläche und der Trenndistanz. Wenn man also eine sehr geringe Trenndistanz hat und Quanten-Tunneling verhindern kann, wie… – die Dinge werden ziemlich esoterisch… – Man muss also Quanten-Tunneling verhindern, und einen sehr geringen Abstand haben, und dann könnte man theoretisch sehr hohe Energiedichten erreichen, indem man Kondensatoren so herstellt, wie man einen x86-Prozessor herstellen würde. Und da zig Milliarden Dollar in die Herstellung von Chips fließen, dachte ich, dass es einen Weg geben könnte, einen fortschrittlichen Kondensator mit Hilfe von Chip-Herstellungsanlagen herzustellen, anstatt mit den herkömmlichen Mitteln.

Kristen: Also ist das vom Tisch – Ultrakondensatoren?

Elon: Es ist unnötig. (30:00) Ich denke, es ist wahrscheinlich physikalisch möglich, aber es ist nicht mehr sinnvoll.

Omar: Ich weiß, dass viele Leute über Maxwell sprachen, und dass diese an einigen Sachen mit Kondensatoren gearbeitet haben.

Elon: Das Witzige ist, als ich die Praktika bei der Firma mit den Superkondensatoren machte, – bei Pinnacle Research in Los Gatos – sprachen wir viel über Maxwell. Maxwell versuchte auch, Superkondensatoren herzustellen. Und jetzt hat Tesla Maxwell gekauft. (30:31)

2 Kommentare zu „Third Row Tesla Podcast – Elon Musks Story (Teil I)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s